Bitte mehr Kapitalismus auch im öffentlichen Dienst

Miriam Kraus; Andreas Lambrou (Gastbeitrag) in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom


heute gibt es wieder einen interessanten und besonders lustigen Gastartikel meines Kollegen Andreas Lambrou, der uns von Freud und Leid eines "Neu-Singapurianers" auch und nicht nur im Straßenverkehr berichtet...

Mit dem Zuckermarkt beschäftigen wir uns weiter am kommenden Montag. Morgen melde ich mich wieder - wie gewohnt - mit dem Wochenrück- und Ausblick bei Ihnen zurück.


Liebe Grüße

Ihre Miriam Kraus

So, und nun Viel Spaß mit Andreas Lambrou und seinen neuesten Erfahrungen in Singapur:

vorgestern habe ich mir mein erstes Auto in Singapur zugelegt. Für Leser die es interessiert, es handelt sich dabei um einen Hyundai Tucson, den ich seit meiner Erstempfehlung für die Hyundai-Aktien vor einigen Jahren, lieb gewonnen habe. Denn schließlich teste ich gerne die Produkte der Unternehmen, die ich dann empfehle.

Als bekennender "typisch deutscher" Autofahrer muss ich zugeben, dass es mir sehr schwer fällt, mich mit dem hier vorherrschenden Linksverkehr anzufreunden. Der Linksverkehr wird ja von den deutschen Autofahrern mit einem spöttischen Blick auf Großbritannien immer wieder kritisiert. In meiner Jugendzeit hieß es immer: "Die spinnen die Briten, die fahren alle auf der falschen Seite"...

Gestern auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums habe ich dann auch endlich herausgefunden, dass man einen Deutschen oder Westeuropäer in Singapur daran erkennt, dass er auf der linken Seite seines Wagens einsteigt und sich dann darüber wundert, dass das Lenkrad fehlt.

Mir ist dieses Missgeschick in den letzten 2 Tagen mindestens 5 mal passiert und die Einheimischen fangen oft an zu lachen, wenn sie mich dabei beobachten, wie ich fröhlich über die linke Seite einsteige und dann bemerke, dass etwas fehlt.

Wirklich lustig wird es aber erst dann, wenn man einmal schnell rechts abbiegen möchte und dabei vergisst auf den Gegenverkehr zu achten :-). Also wenn Sie mal in Singapur sind und einen Verrückten auf der falschen Straßenseite sehen, dann bitte nicht böse werden, denn das bin nur ich.

Voll gestopfte Straßen und dennoch effizient

Was mich hier am meisten begeistert, dass ist die Effizienz des Straßenverkehrs. Insbesondere im Vergleich zu Moskau, wo ich auch schon einmal unterwegs war und wo man für 5 Kilometer Innenstadtverkehr etwa mit 2 Stunden Fahrtdauer rechnen muss, was ungefähr doppelt so lange dauert, wie ein Fußmarsch. In Singapur läuft der Verkehr dagegen trotz voll gestopfter Straßen relativ fließend. Ein extrem ausgeklügeltes Ampel- und Verkehrsleitsystem ist hierfür die Grundlage. Wegweisend ist dabei die Anordnung der Stadtautobahnen. Diese sind mautpflichtig und werden mit dem so genannten Electronic Road Pricing (ERP) System abgerechnet. Intelligent ist an diesem System, dass die Kosten für die Fahrt zeit- und verkehrsabhängig erhoben werden.

Im Berufsverkehr kostet es deutlich mehr in die Innenstadt zu fahren, als außerhalb der Kernzeiten. Der Unterschied ist dabei recht erheblich. So kann die gleiche Strecke über 20 Kilometer schon mal 2 Dollar oder zu einer anderen Zeit auch 10 Dollar kosten.

So gesehen, ist es eigentlich überflüssig mit dem eigenen Auto zu fahren. Denn es gibt hier die U-Bahn (MRT), welche Süd-Nord und Ost-West Singapur verbindet und alle 10 Minuten verkehrt, sowie ein umfassendes Busliniensystem, mit dem man nahezu jeden beliebigen Ort bis 200 Meter vom Ziel entfernt, erreichen kann. Ehrlich gesagt, habe ich das Buslininensystem noch nicht einmal ansatzweise verstanden. Deshalb nutze ich für Fahrten in der Stadt gerne die zahlreichen Taxis. Auch hier kostet eine durchschnittliche Fahrt über 10 Minuten Dauer nur etwa 3 bis 5 Euro - also etwa so viel wie der öffentliche Personennahverkehr in Zürich.


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Kommentar von riecke

Ich habe von 1974 bis 1980 mit meiner Familie in Singapore gelebt und dort für eine deutsche Firma gearbeitet.Schon damals habe ich festgestellt,dass alles besser und fortschrittlicher war als in Deutschland.Sie sind ein Glückspilz. Meine Tochter ging auf das United World College zur Schule.Es gab aber auch einen sehr guten schweizer Club. 90% aller Singaporianer besassen schon damals eine Eigentumswohnung.Autos waren schon damals doppelt so teuer wie in Deutschland.Und die aus Neuseeland eingeflogenen Steaks und die herrliche chinesische Küche.Herzlichst A.Rieckre

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