Biokraftstoffe: Interessante aktuelle Studie der Universität Lund
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Rohstoffe
vom 4. Oktober 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
Eine kurze Nachricht im "Spiegel" hatte mich aufmerksam gemacht - auf eine Studie der schwedischen Universität Lund zur Effektivität von „Biosprit".
Zur Effizienz von Biokrafstoffen liest man (= Ihr Autor) ja so einiges - z.B., dass bei der Ethanol-Herstellung aus Mais am Ende mehr Energie hereingesteckt werden soll, als rauskommt.
Manchmal lassen sich schon gewisse Rückschlüsse daraus ziehen, wer solche Einschätzungen verbreitet (Ölriese oder Umweltschutzorganisation).
Eine Studie zu diesem Thema von einer „neutralen Institution" (so schätze ich es ein, oder bin ich da naiv?) finde ich deshalb famos.
Na, und - was sagt die Studie der Universität Lund zu der Thematik?
Eindeutig: Alle Arten von Biokrafststoffe - Biogas, Ethanol, Biodiesel - verringern die Emissionen im Vergleich zu „herkömmlichen" Kraftstoff (Benzin, Diesel) deutlich. Auch und insbesondere dann, wenn der gesamte Zyklus berücksichtigt wird. Die Emissionen sind in allen Fällen um mindestens 35% niedriger.
Gewinner übrigens eindeutig „Biogas". Pal Börjesson (researcher in Environment and Energy Systems), verantwortlich für die Studie, meinte dazu:
„Es ist relativ uninteressant, die unterschiedlichen nachhaltigen Biokraftstoffe in eine Rangliste zu setzen. Es gibt Platz für alle, und alle werden benötigt, um Alternativen zu den fossilen Treibstoffen zu entwickeln. Die Herausforderung heute liegt daran, einfach die Quantität der nachhaltigen Biokrafststoffe zu erhöhen."
Und weiter: „In der Zukkunft könnten wir negative indirekte Landnutzungs-Effekte sehen, wenn wir die Produktion von Biokrafstoffen mit Input Nahrungsmittelpflanzen rapide und signifikant erhöhen. Es gibt da eine Grenze, aber die haben wir noch nicht erreicht."
Es wurden nicht nur die Treibhausgase berücksichtigt, sondern Effekte wie Überdüngung von Gewässern, Versauerung von Böden, Emissionen von Partikeln und Energiebilanz. Zudem Auswirkungen auf die Nutzung von Ackerland.
Feine Sache, finde ich. Der Studie zufolge lohnt sich also für die Umwelt die Nutzung jeglicher Form von Biokraftstoffen, verglichen mit den fossilen Kraftstoffen.
Nun, es ging um der Studie um konkret in Schweden verwendete Biokraftstoffe. Deshalb war mein „neuer Liebling" Jatropha nicht dabei. Das hätte ich ja mal besonders interessiert...denn die Jatropha-Nuss ist kein Nahrungsmittel und kann auf Flächen wachsen, welche sonst eben nicht landwirtschaftlich genutzt werden.
Aber das wissen Sie ja.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Fred Zeitz (04.10. 2010 19:24 Uhr):
Jatropha und Crambe( Bio-Öl ) sind beides gut geeignet als Ersatz für Biokraftstoffe.
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