Billiges Geld ist vorhanden!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 6. November 2008, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
gestern haben wir uns damit beschäftigt, wie es von einer deflationären Phase zu einer inflationären Phase kommen kann. Wobei ich nach wie vor davon ausgehe, dass wir uns gegenwärtig mit einem deflationären Spezialfall, der Vermögensdeflation konfrontiert sehen.
Grundsätzlich müssen wir uns die Frage stellen, was eigentlich in den letzten Monaten billiger geworden ist und wie es zum überhaupt zum Rückgang der Preise gekommen ist. Beide Fragen sind im Grund einfach zu beantworten: wir haben die Aktienkurse einbrechen und die Rohstoffpreise in den Keller gehen sehen. Zudem ist die Immobilienblase geplatzt.
Als Grund für das Platzen der Immobilienblase steht das Platzen der Kreditblase in vielen Staaten, worauf dann als Auswirkung des Liquiditätsrückgangs Kapital aus den Aktien- und Rohstoffmärkten abgezogen wurde.
Insbesondere die Entwicklung an den Rohstoffmärkten in diesem Jahr kann fast nicht mehr als fundamental bezeichnet werden. Weder die massiv starke Preisentwicklung in den ersten Monaten, noch der massive Preisrückgang in den letzten Monaten dieses Jahres. Hier wird deutlich, dass die Rohstoffmärkte zwischenzeitlich als Kapital-Parkplatz" für die bereits durch das Platzen der Immobilienblasen aufgeschreckten Investoren fungiert haben.
Mittlerweile sind viele Rohstoffe derart vergünstig worden, dass ihre Produktion sich zum Teil fast nicht mehr lohnt. Der Markt hat ein extremes Worst-Case-Szenario eingepreist, mit äußerst düsteren Aussichten für die Konjunktur.
Und an diesem Punkt springen nun die Zentralbanken ein. Rund um den Planeten wollen die Zentralbanken eben jenes Worst-Case-Szenario verhindern und pumpen eben massenweise Liquidität ins System. Allen voran Ben und die FED! Das ist beispiellos und noch weiß der Markt nicht wirklich wie reagieren. Doch ich sage Ihnen eines: diese Liquidität kann nicht für immer im Bankensystem aufgestaut werden. Irgendwann platzt der Knoten und die Liquiditätsströme ergießen sich in die Realwirtschaft und zurück in die Märkte.
Gestern habe ich Ihnen zur Untermauerung meiner Thesen einen Chart der Federal Reserve Bank of St. Louis mitgebracht, der den massiven Anstieg der Geldmenge M0 darstellt, seit Beginn des Liquiditätspumpens.
Heute möchte ich Ihnen an dieser Stelle einen weiteren Chart, ebenfalls von der St. Louis FED vorstellen:
Geldmenge M2 in den USA
Quelle: Federal Reserve Bank of St.Louis
Sie sehen, auch M2 weist seit Mitte September einen steilen Anstieg auf.
Ja, dank Ben und den anderen ist billiges Geld vorhanden. Jetzt muss es nur noch anfangen zu arbeiten!!