Kathrin Dörfeld in Insider Daily
vom
News um die Drogeriekette Schlecker gibt es momentan wie Sand am Meer. Zwei Jahre lang versuchten die Kinder des Firmengründers Anton Schlecker, Lars und Meike Schlecker, die gleichnamige Ladenkette mit Sitz in Ehingen in Baden-Württemberg vor dem Aus zu retten - vergeblich.
Im Zuge der Insolvenz des Unternehmens ereilte uns bereits Ende März die Nachricht, dass bundesweit rund 10.000 Drogerie-Beschäftigte die Kündigung erhalten haben. Aber noch gibt sich der Konzern nicht völlig geschlagen. Nach dem Motto "Wer will, wer will, wer hat noch nicht?", könnten die Schlecker-Geschäfte ihre Kunden bald in Strömen anlocken. Denn einem Zeitungsbericht zufolge dürfen sich die Verbraucher auf sinkende Preise freuen. "In den nächsten Monaten werden wir in den Filialen massiv die Preise senken", kündigte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz gegenüber den Stuttgarter Nachrichten" an. Mit Dumping-Preisen solle der Umsatz in die Höhe getrieben werden, da dieser aktuell niedriger als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres ausfiele. Die Kampfpreise könnten die Drogeriemarkt-Konkurrenz in Deutschland ganz schön blass aussehen lassen.
Aber auch Lars und Meike Schlecker dürften angesichts der Tatsache, dass ihre Chancen für eine Mehrheitsbeteiligung im künftigen Unternehmen fast ausgeschlossen sind, leicht blass um die Nasenspitze werden. Nach Ansicht des Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz werden die Kinder des Firmengründers keine Mehrheit in einem neuen Unternehmen bekommen, maximal könnten sie mit einer Beteiligung von unter 25% rechnen.
Sparzwänge: Stellenabbau und Gehaltsverzicht
Eines steht fest: Im weiteren Kampf ums Schlecker-Überleben ist noch ein steiniger Weg zu beschreiten. Soeben flatterte die Hiobsbotschaft auf meinen Rechner, dass der Schlecker-Insolvenzverwalter die Gehälter der verbliebenen Mitarbeiter drücken will. Er fordert von den 13.500 "überlebenden" Angestellten bis Ende 2014 auf 15% ihres Gehalts zu verzichten. Ich muss einige 100 Mio. Euro Verlust im Jahr umdrehen, da brauche ich für eine Übergangszeit deren Hilfe", erklärte Arndt Geiwitz sein Vorhaben. "Die Debatte hat in der Öffentlichkeit momentan einen vollkommen falschen Fokus und verkennt die Lage. Aus meiner Sicht sind die Zugeständnisse zumutbar, weil sie auf zwei Jahre begrenzt sind und danach wieder aufgeholt werden. Es geht nur um ein Drittel dessen, was wir einsparen müssen - und ich wüsste nicht, wo das Geld sonst herkommen sollte. In allen anderen Bereichen sind wir am Limit", kommentiert der Insolvenzverwalter die geplanten Gehaltskürzungen weiter.
Die extreme finanzielle Misere und die bis dato eingegangen 3.850 Kündigungsschutzklagen von entlassenen Mitarbeitern erschweren die Investorensuche ungemein. Noch seien drei Interessenten im Rennen, mit denen Geiwitz intensive Gespräche über einen möglichen Verkauf des Schlecker-Unternehmens führe.
Lassen wir uns überraschen. Erst einmal sollten sich die Shopping-Freunde unter uns auf einige schöne Schlecker-Schnäppchen freuen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Dienstag!
Ihre
Kathrin Dörfeld