Bill Bonner im TV
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 12. Juli 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Die Sache, um die es geht, ist die: Wir gehen Pleite", erklärte ich dem Fernsehteam in London. Bis vor kurzem waren Schulden dieser Größe nur im Zusammenhang mit Kriegen denkbar. Von Zeit zu Zeit gingen Staaten Pleite. Aber fast immer gingen sie das nur, weil wegen Krieg die Staatsausgaben auf Ausnahmeniveau gehoben worden waren. Mit anderen Worten, sie gaben Geld aus für das, was nach einem sehr guten Grund aussah - Selbsterhalt."
"Das erste Mal in der Geschichte haben jetzt fast alle der entwickelten Nationen reguläre, strukturelle Haushaltsdefizite. Sie verschulden sich immer stärker, so als ob es einen Krieg geben würde...aber da gibt es keinen Krieg."
"Wir haben Notfall-Haushalte, aber keinen Notfall. Sie mögen denken, dass wir gegen den Notfall einer Rezession oder die Bedrohung einer Depression kämpfen, aber damit würden sie falsch liegen. Die meisten der Defizite haben noch nicht einmal viel zu tun mit den . Sie sind lediglich das gewöhnliche Ergebnis der Sozialleistungen, die außer Kontrolle geraten sind."
"Das erste Mal in der Geschichte gehen Länder Pleite, im normalen Geschäft. Ohne Notfall. Das Schöne am Zweiten Weltkrieg ist, dass er ein Ende hatte. Aber es gibt keinen Sieg im Kampf gegen das Alter."
Die zu zahlenden Renten werden nicht fallen. Sie werden steigen. Es gibt keinen Tag des Sieges für die Gesundheitsversicherung. Es wird keine Siegesparaden geben...die Truppen werden niemals demobilisiert und nach Hause geschickt werden...die Ausgaben werden niemals sinken."
Mit anderen Worten, wir können niemals die Schulden zurückzahlen, denn die Schulden hören niemals auf, zu wachsen. Beim letzten G20-Treffen haben die Staatenlenker versprochen, ihre Haushaltsdefizite unter Kontrolle zu bringen. Einige Regierungen meinen das ernst. So scheint die Regierung Großbritanniens unter David Cameron die richtige Idee zu haben. Aber ich warte immer noch auf das, was als nächstes passieren wird."
Der moderne Sozialstaat wurde vor ungefähr 150 Jahren erfunden. Die Römer versuchten es und es funktionierte nicht sehr gut. Die moderne Version ist auch immer noch ein Experiment."
"Und derzeit, in den USA, erhalten mehr Leute Geld von der Regierung, als Leute Steuern zahlen. 40 Millionen Menschen erhalten Lebensmittelmarken. Millionen mehr hängen von staatlichen Transfers ab, und so weiter. Dann haben wieder Millionen einen Job, der direkt von der Regierung bezahlt wird."
Alle diese Leute haben das Wahlrecht. Was eine Schande ist. Weil sie wahrscheinlich für noch mehr staatliche Ausgaben votieren werden. Dann werden die Regierungen Pleite gehen."
Ja, lieber Leser, der Sozialstaat ist eine weitere Sache, die noch nicht fertig ist. Genauso wie das auf dem Dollar basierende Währungssystem. Beide nähern sich dem Ende der Straße.
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Harting (13.07. 2010 22:29 Uhr):
Die Erfindung des Sozialstaats ist etwas älter. Robespierre schuf den Wohlfahrtsausschuss und danach einen Platz, über den 15 Jahre kein Hund laufen mochte, weil das Blut dort zum Himmel stank. Die Sozialstaaten haben nicht nur die grausamsten Kriege gefochten. Sie haben auch dafür gesorgt, dass keiner den Zusammenhang merkt. Bei uns rüsten die Gewerkschaften, um den Sozialstaat zu verteidigen. Was sollte denn statt dessen kommen? Dank der Prosperität hätten die Menschen ihr Einkommen zu ihrer eigenen sozialen Hängematte verwenden können. Nun frisst sie ihnen der Staat, was davon übrig blieb, wie Ameisen wieder weg, damit er weiterhin sozial bleiben kann. Das klingt schön und ist grausam gerecht.
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