Bilfingers Dienstleistungssektor bekommt weiter Zuwachs
Katja Kram in Insider Daily
vom 6. Oktober 2009, 14:30 Uhr
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Deutschlands zweitgrößter Baudienstleister Bilfinger Berger ist derzeit unaufhaltsam auf Expansionskurs. Der Mannheimer Baukonzern hat binnen kürzester Zeit das Servicegeschäft mit zwei Akquisitionen im Bereich Industriedienstleistungen weiter ausgebaut. Damit treibt das Unternehmen seine geplante Neuausrichtung in den Bereich Multi-Service-Gruppe zügig voran.
MCE ist die neue Perle im Servicegeschäft
Wie aus einer aktuellen Pressemiteilung des Unternehmens hervorgeht, hat der Konzern am heutigen Tag einen Kaufvertrag über sämtliche Anteile an der österreichischen MCE Beteiligungsverwaltung in Linz abgeschlossen. Mit dem Kauf des Industriedienstleisters, die bislang im Besitz der Deutschen Beteiligungs AG war, erwirbt Bilfinger Berger ein Unternehmen, das hervorragend zum Servicegeschäft der Bilfinger-Töchter Industrial Services und Power Services passt. Denn wie die beiden Bilfingertöchter ist auch MCE vor vor allem auf die Planung, Errichtung und die Wartung von Anlagen der Prozessindustrie und der Energiewirtschaft ausgerichtet. Und mit ca. 6.500 Mitarbeiter und einer erbrachten Leistung von rund 900 Mio. Euro und einem EBIT von rund 45 Mio. Euro in vergangenen Jahr , ist die MCE eine wahre Perle für das Sevicegeschäft.
Finanzierung erfolgt mittels Kapitalerhöhung
Der Kaufpreis beträgt 350 Mio. Euro. Doch bevor der Kauf rechtskräftig wird, muss de fusionskontrollrechtliche Freigabe durch die Europäische Union erfolgen. Die Finanzierung des heute beschlossenen Geschäfts soll mittels einer Kapitalerhöhung erfolgen. Ein Bankenkonsortium aus Commerzbank, Deutscher Bank und BNP Paribas soll rund 8,8 Mio. neuen Aktien zum Bezugspreis von 30,60 Euro übernehmen und den Aktionären anbieten, was wiederum einen Brutto-Emissionserlös von rund 270 Mio. Euro in die Kasse des Konzerns spülen soll. Die Bezugsfrist beginnt am 07. Oktober und dauert bis 20.Oktober 2009.
Neuausrichtung wird nun zügig umgesetzt
Vor gerade einmal zwei Wochen machte der Baukonzern bereits mit dem Erwerb von 80% der Anteile am französischen Industriedienstleisters LTM aus Lyon von sich reden. LTM ist wie MCE im Industrieservicegeschäft tätigt, mit einer klaren Ausrichtung auf die pharmazeutische Industrie und die Energiewirtschaft. Allerdings sind die Lyoner mit einer Jahresleistung von 40 Mio. Euro im Vergleich zu MCE ein eher kleiner Zukauf.
Auch die Experten haben den Baukonzern immer wieder im Fokus. Die Redaktion von der Prior Börse schreibt: "Der zweitgrößte deutsche Baukonzern profitiert weltweit von den gigantischen Konjunkturprogrammen. Trotz der Krise werden die Mannheimer mit 10 Mrd. Euro fast so viel wie 2008 umsetzen und ein klar positives Ergebnis erzielen. Mit zuletzt 4,6 Mrd. Jahresumsatz sind Dienstleistungen das größte Geschäftsfeld und Hauptertragsquelle. Dieses Geschäft soll weiter ausgebaut werden und macht das Unternehmen weniger abhängig vom schwankungsanfälligen Bau."
Die jüngste Übernahme macht eines deutlich: die Neuausrichtung des Mannheimer Konzerns wird zügig vorangetrieben. Diversifikation ist im Hause Bilfinger Berger der Schlüssel, um sich künftig gegen Ausfallrisiken des stark konjunkturabhängigen Baugeschäfts abzusichern.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Dienstag.
Ihre
Katja Kram