Bilanzunregelmäßigkeiten bei Fannie Mae?
unserem Korrespondenten Dan Denning in London in Investors Daily
vom 05. April 2004 18:00 Uhr
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"Man steckt sein Geld da rein und bekommt nichts raus, niemals." Ich dachte, mein Mitarbeiter Dave würde sich auf den Aktienmarkt beziehen. Aber nein ... er bezog sich auf eine noch unterhaltsamere Art des Spielens, die Pferdewetten.
Die Engländer kennen das bereits seit 1837. Wenn ich hätte wetten müssen, dann hätte ich ein Pferd gewählt, das "Montreal" heißt. Aber ich treffe meine Auswahl lieber für den Aktienmarkt. Und da setze ich auf einen "Bären"!
Denn ich denke, dass sich dieser Bär derzeit am Aktienmarkt befindet. Auch wenn man seine Präsenz derzeit beim Dow Jones noch nicht fühlt. Übrigens hat sich die Zusammensetzung des Dow Jones geändert: Drei Aktien altehrwürdiger Firmen – AT&T, Eastman Kodak und International Paper – sind rausgeflogen, drei neue hereingekommen: AIG, Verizon und Pfizer.
Also raus mit Telekom, Film und Bäumen. Rein mit Versicherung, Telefonen und Medikamenten. Dadurch entwickelt sich der Index noch weiter weg von der "Realwirtschaft", mehr hin zur "Finanzwirtschaft". Was sagt uns das – da der Index doch die gesamte US-Wirtschaft repräsentieren soll?
Richard Russell, Guru, wenn es um den Dow Jones geht, meint dazu: "International Paper und Eastman Kodak sind produzierende Gesellschaften, AT&T zumindest teilweise. Verizon und AIG sind Dienstleistungsunternehmen, und Pfizer ist ein forschendes und produzierendes Unternehmen. Also wird der Dow Jones durch diesen Wechsel mehr auf Dienstleistungen fixiert sein, und weniger auf das produzierende Gewerbe – und das ist mehr oder weniger die Entwicklung, die die USA gerade erleben."
"Kann eine Nation mit Dienstleistungen reich werden? Vielleicht kann sie das, aber ich sehe das nicht", fügt Russell hinzu. Ich stimme da zu. Da ist es übrigens wahrscheinlich ein gutes Zeichen, dass der ISM-Index fürs produzierende Gewerbe im März auf 62,5 Punkte gestiegen ist. Damit ist er den fünften Monat in Folge gestiegen.
Die Investoren, die Fannie Mae-Aktien gekauft haben, könnten ärmer werden, wenn die Berichte über möglichen Korrekturbedarf der Finanzberichte bei Fannie Mae stimmen sollten. Branchenkollege Freddie Mac hat bereits eingeräumt, dass die eigenen Bilanzen manipuliert wurden, um das Gewinnwachstum im Zeitverlauf "zu glätten".
Letzte Woche hat das "Office of Housing Enterprise Oversight" mitgeteilt, dass es die Buchungspraktiken von Fannie Mae überprüfen werde. "Unsere Überprüfung ( ...) ist noch nicht abgeschlossen, hat aber zu Bedenken geführt, dass Fannie Mae in diesem Bereich nicht die richtigen Buchungsrichtlinien befolgt hat. Das könnte nicht nur das ( ...) Immobilien-Portfolio von Fannie Mae betreffen, sondern auch andere Vermögensanlagen."
Hm ... andere Vermögensanlagen? Wären das die Anleihen, die Fannie Mae herausgegeben hat? Oder die Anleihen von anderen Hypothekenbanken, die Fannie Mae gekauft hat? Ich weiß es nicht, liebe(r) Leser(in). Das ist das Problem mit der "Finanzwirtschaft". Wenn der Wert einer Sache von zwei oder drei anderen Dingen abhängt (Zinsen, Kreditwürdigkeit der Schuldner ...), dann wird es richtig schwierig, zu bestimmen, was dieses Ding wirklich wert ist ... wenn es überhaupt etwas wert ist.
Ich für meinen Teil bevorzuge da Gold. Das gelbe Metall hat am Freitag zwar etwas verloren – aber es ist in den letzten Monaten trotzdem gegen fast alle Währungen der Welt gestiegen. Denken Sie darüber nach. Selbst in Euro gemessen hat der Goldpreis in den letzten Wochen 10 % zugelegt.
Was daran bemerkenswert ist? Währungen steigen und fallen in Relation anderen Währungen. Sie sollen die "Fundamentals" der Volkswirtschaft, zu der sie gehören, wiederspiegeln. Aber derzeit sieht es so aus, als ob sie "Affen seien, die zu Windhunden gezüchtet werden, um Rennen zu laufen", wie mein Kollege Dave meinte.
Fast alle Währungen haben in den letzten Wochen relativ zum Gold verloren. Bedeutet das, dass der Markt Gold zunehmend wie eine Währung und weniger wie einen Rohstoff behandelt? Ich würde demütig meinen ... definitiv ja. Es würde mich überhaupt überraschen, die Chinesen nicht nur Rohstoffe horten – laut Gerüchten –, sondern auch Gold.