Bilanzsumme des Eurosystems über drei Billionen Euro

Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
vom


In diesen äußerst turbulenten Tagen geht es ja oft um die voluminösen Dicken Berthas" des Mario Draghi. Eher selten wird aber über die Kehrseite dieser geldpolitischen Notmassnahmen gesprochen. Nämlich über die gigantische Aufblähung der Bilanzsumme des Eurosystems.

Bilanzsumme bei 3023 Milliarden Euro


Der FAZ vom Mittwoch zufolge lag am Ende der vergangenen Woche die Bilanzsumme des Eurosystems bei 3023 Milliarden Euro. Das ist ungefähr ein Fünftel mehr als das BIP der Bundesrepublik. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise hat sich also die Bilanzsumme des Eurosystems um das Zweieinhalbfache erhöht. Ein nur schwacher Trost ist es insofern, dass in den USA oder in Großbritannien in den Krisenjahren die Bilanzsummen der US-Notenbank und der Bank of England noch stärker gestiegen sind.

Erschreckende Bilanzqualität"

Das sei aber eher weniger entscheidend, so das Urteil des Ex-Chefvolkswirts der EZB, Jürgen Stark, in der gestrigen Ausgabe der FAZ. Laut Stark sei die Bilanz des Eurosystems nicht nur in der Dimension gigantisch, sondern auch in der Qualität erschreckend. Die Bilanzstruktur sei beunruhigend. Es seien immer mehr kurzfristige durch langfristige Forderungen ersetzt worden. Wenig verwunderlich, dass Stark folglich auch die Warnung ausspricht, dass es dadurch eher schwerer werde, die lockere Geldpolitik wieder zurückzunehmen.

Qualität der Sicherheiten als entscheidendes Manko

Für Michael Schubert, seinerseits Zentralbankexperte bei der Commerzbank, ist die Qualität der Sicherheiten das entscheidende Manko in der Bilanz des Eurosystems. Für Ihn seien die diversen Ausfallrisiken das Entscheidende. Viele Sicherheiten in der Bilanz des Eurosystems wären nur wenig wert, wenn die dahinter stehenden Staaten ausfallen sollten. Es käme schon bei relativ geringen verkraftbaren Verlusten zu einem immensen Glaubwürdigkeitsverlust. Für den Fall großer Verluste wäre das ganze System bedroht.

Goldpreis bei 1695 US-Dollar

Ob angesichts derartiger Risiken die europäischen Notenbanker über jedes einzelne Gramm Gold, das noch in der Bilanz schlummert, froh sind bzw. sein werden, steht auf einem anderen Blatt. Und hier soll auch nicht in epischer Breite sinniert werden, ob die Verantwortlichen über dieses bilanziell jedenfalls noch vorhandene Gold tatsächlich im Ernstfall physisch verfügen können.

Fakt ist allerdings, dass gestern der Goldpreis wieder etwas anzog. Zumindest auf Dollar-Basis. Die Unze Gold notierte gestern um die 1695 US-Dollar bzw. 1278 Euro. Gut möglich jedenfalls, dass es am Nachmittag des heutigen Freitags wieder für all jene, die noch kaufen wollen, etwas günstiger werden könnte.

Es steht ja die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten für den Monat Februar an. In der Vergangenheit gab es just an solchen Freitagen immer wieder mal - welch Überraschung - den ein oder anderen deftigen Preisrücksetzer. Vielleicht zahlt es sich ja heute aus, gezielt auf der Lauer zu liegen...

Zum zweiten Teil von: Worum es bei der Griechenland-Rettung wirklich geht

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Kommentar von Wilhelm Schwermann

das kennen Sie doch, jede Bilanz besteht aus SOLL u.HABEN. Bei den Sicherheiten der Staaten heißt es jedoch seit eh und je: Soll man Gehabt Haben - bzw. Luftbuchungen. Als nach dem Krieg die DM eingeführt wurde, gab es auch keine Sicherheiten - sorry doch die hieß "Vertrauen" darauf, dass die Banken ihre bei der Bundesbank hinterlegten Wechsel einlösten. Einösen ist heute out, es werden nur noch mehr Wechsel hinterlegt u. dass sogar virtuell.

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