Bierernst an der Börse
Tom Firley in Investors Daily
vom 14. November 2008, 18:00 Uhr
ENL5454
Also gut. Gehen wir also mal davon aus, dass 2009 nicht nur ein schwieriges Wirtschafts-, sondern auch ein schlimmes Börsenjahr werden wird (bitte nicht vergessen: schlechte Wirtschaftsjahre müssen nicht unbedingt schlechte Börsenjahre sein, aber das ist ein anderes Thema).
Wie wir alle wissen, waren die Jahre 2000 bis 2003 (weltweit) nicht nur schwierige, sondern eher verheerende Börsenjahre (die Zwischen-Rally Oktober 2001 bis März 2002, an die sich keiner erinnern kann, mal ausgeklammert).
Gegen den Trend
Da wäre es doch wirklich interessant zu wissen, welche Aktien in dieser Zeit gegen den Trend gelaufen sind, sich also wacker geschlagen haben. Daher habe ich heute wie so oft die einzelnen Aktien des S&P 500 betrachtet, in einem verhältnismäßig langen Zeitraum seit 2000.
Und da gibt es einige Aktien, die auch zwischen 2000 und 2003 gut gelaufen sind. Einer der interessanten Charts ist wohl der von Centex Corp.
Unten sehen Sie schwarz den Verlauf des S&P 500, oben sehen Sie die Kursentwicklung der Centex Corp.-Aktie. Immerhin hat sich die Aktie zwischen 2000 und 2003 weit mehr als verdoppelt, während der S&P 500 in einem klaren Abwärtstrend verharrte: Einziger, aber entscheidender Makel:
Aktien aus der Bau- und Immobilien Branche sind aktuell nicht so direkt gefragt (setzen Sie die Aktie aber bitte dennoch auf Ihre Watchlist, das ist mein Ernst; wenn sich der Wert im Laufe von 2009 wieder fängt, dann richtig... ich werde Sie dran erinnern).
Ein weiterer „schöner" Chart-Vergleich fiel mir auf.
Schauen Sie sich das rote Rechteck an. Die Aktien des Bier-Giganten Anheuser-Busch verdoppeln sich, während - wie gesagt - der S&P 500 abwärts tendiert. Auch hier ein einziger aber ganz entscheidender Makel:
Anheuser-Busch wird mit aller Wahrscheinlichkeit von InBev übernommen. Was fehlt ist die Zustimmung der US-Kartellbehörde.
Hm. Dann schauen wir uns eben InBev an.
Leider verspricht der Chartverlauf der InBev-Aktie nicht gerade das Gelbe vom Ei. Schlechte Konjunktur-Aussichten und Finanzkrise haben auch den wahrscheinlich bald größten Brauer der Welt nicht verschont. Andererseits: Den beiden Braukonzernen Anheuser und Inbev gehören zusammen etwa 300 Getränkemarken weltweit.
Falls Sie sich also eine „flüssige" Anlage überlegen, warten Sie entweder einen Break über das letzte Hoch ab (grüne Linie im Chart) oder denken ganz einfach sehr langfristig (sorry, so ernst wollte ich gar nicht werden...).
Und wenn Sie meinen Bier-Überlegungen bis hierhin gefolgt sind, habe ich hier sogar noch vereint in einem Chart die Kursbewegungen der beiden Haupt-Konkurrenten SAB Miller und Heineken für Sie parat.
Sie sehen auch hier: In beiden Fällen kein prickelnder Kursverlauf seit Oktober letzten Jahres (blau Heineken, grau SAB Miller). Aber:
Bitte beurteilen Sie selbst, ob es einem der drei Kandidaten (trotz dem möglicherweise schlimmen Jahr 2009...) gelingen wird bis 2010 wieder seine Höchstkurse zu erreichen... was einer Verdoppelung des Einsatzes entspräche.
Ein schönes Wochenende wünscht
Ihr
Tom Firley



