BHP Billiton will Investitionen für Ausbau kürzen

in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
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Zu den großen Produzenten, die bereits das Jammern über zu niedrige Preise anstimmen, gehört der Vorstandsvorsitzende des Rohstoffriesen BHP Billiton, Jacqes Nasser. "Man hat langsam das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren", sagte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Dort stellte er die für die nächsten fünf Jahre geplanten Investitionen von 80 Mrd. USD in Frage, die zur Erschließung neuer und dem Ausbau bestehender Minen veranschlagt waren. Das Umfeld habe sich so dramatisch verändert, dass man sich gezwungen sehe, diese Vorhaben aufzuschieben.


 

China importiert weniger Eisenerz

 

Zu diesen Äußerungen beigetragen haben sicherlich die neuesten Wirtschaftsdaten aus China, die trotz erster Unterstützungsmaßnahmen der Regierung nicht erfreulich ausfielen. So fiel der Export im April auf 4,9% nach 8,9% noch im März. Saisonal angepasst ergibt sich sogar ein Rückgang auf 1,5%. Die größere Überraschung waren allerdings die ungewöhnlich schwachen Importzahlen: Nur noch 0,3% über dem vergleichbaren Vorjahresniveau fielen sie aus. Besonders stark betroffen waren Eisenerz mit Minus 8,2% und Stahlprodukte mit Minus 11%! Da wundert es mich nicht, dass sich die großen Produzenten BHP Billiton und Rio Tinto Gedanken über die Zukunft machen, denn sie sind stark auf diesem Feld präsent.

 

Australische Projekte sind voraussichtlich besonders stark betroffen

 

Noch ist nicht klar, wo in welchem Ausmaß gespart werden soll. Als relativ sicher gilt jedoch, dass die Mega-Projekte in Australien betroffen sein werden. So waren allein für das riesige Projekt Olympic Dam Investitionen von über 27 Mrd. Dollar geplant, für Port Hedland rund 22 Mrd. Dollar. Bei diesen beiden Vorhaben ist BHP Billiton voll der Steuererhöhung der australischen Regierung für die großen Bergbaukonzerne unterworfen. Aus globaler Sicht befinden sich die Australier damit inzwischen am oberen Ende der verlangten Steuersätze, was die Projekte dort weniger konkurrenzfähig macht.

 

Diese Aussagen von BHP Billiton werden weltweit beachtet. Wenn dieser Riese vorsichtiger wird, überdenken auch andere Unternehmen ihre Investitionspolitik. Natürlich können und wollen sicher nicht alle Firmen ihre Projekte verschieben, doch es wird sicher wieder zu Verzögerungen kommen wie 2008/09. Viele der damals nicht umgesetzten Vorhaben gehen erst jetzt so langsam in Produktion, falls sie es überhaupt noch schaffen, da gerade einige der kleinen Unternehmen auch aufgeben mussten. So kommt es dann zu den immer gleichen „Schweinezyklen" an den Rohstoffmärkten, was den überlebenden Aktien bereits kurz nach einer Krise zu den gewohnten explosiven Gewinnen verhilft. Da mache ich es dann wie Till Eulenspiegel, wenn er bergauf steigt: Ich freue mich pfeifend auf den nächsten Aufschwung so wie er auf die beschwingte Wanderung bergab.

 

Herzliche Grüße, ein angenehmes, vielleicht auch verlängertes Wochenende wünscht Ihnen

 

Ihre Daniela Knauer

von
Daniela Knauer
Daniela Knauer

Daniela Knauer legt großen Wert auf eine Streuung der Depotwerte und die strikte Einhaltung von Stopp-Kursen. Darauf weist sie ihre Leser regelmäßig hin.

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