Bessere Zeiten für Turbon
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 30. April 2009, 17:00 Uhr
ENL5454
Da sich das Umfeld für unser Marktsegment Nebenwerte markant verbessert, will ich heute Ihre Aufmerksamkeit auf die Turbon AG lenken. Dieser Produzent von Gehäusen taucht derzeit aus selbst gemachten Turbulenzen wieder auf.
Die Turbon AG fungiert seit Anfang 1999 als Holding in einer international tätigen Unternehmensgruppe, die auf die Herstellung von Farbbandkassetten spezialisiert ist. Mit ihrem Angebot deckt die Gruppe den Kassettenbedarf für nahezu alle gängigen EDV-Drucker, Schreib- und Rechenmaschinen, Kassen-systeme und Bankterminals ab. Das Programm umfasst sowohl Farbband-kassetten als auch Spulensysteme.
Jahrelang war Turbon ein Garant für stabile Erträge und Dividenden, bis vor allem asiatische Anbieter ab 2003 die Margen gehörig unter Druck brachten. Erst eine Umstrukturierung der Produktionsanlagen, Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer, der Verkauf von Randbereichen sowie die Schließung von Werken bringt jetzt langsam Verbesserungen. Da diese Maßnahmen aber natürlich viel Geld und hohe Abschreibungen erforderten, wurden jahrelang rote Zahlen geschrieben. Die Aktie entwickelte sich folglich schwächer als der Markt.
Doch das Leiden der Aktionäre könnte nun ein Ende haben. Obwohl das Jahr 2008 einen deutlichen Umsatzrückgang auf 98 Millionen Euro brachte, legte der Gewinn zu und stieg auf 1,6 Millionen Euro. Auch für das Jahr 2009 erwartet die Geschäftsführung einen soliden Gewinn. Für die Aktie spricht aber auch eine Dividendenrendite von ca. 8 % und der günstige Buchwert. Rückenwind sollte sich auch aus dem Aktienrückkaufprogramm des Managements ergeben, welches bis zu 10 % der ausstehenden Aktien zurückkaufen will. Noch konkretere Informationen über diesen und andere Nebenwerte empfehle ich Ihnen, dem Nebenwerte-Insider zu entnehmen. Denn wie Sie wissen, darf ich ja hier keine speziellen Anweisungen geben.
Chart Turbon:
Quelle: tradesignalonline.com
Nachfrage setzt sich durch
Gut erkennt man im Chart den jahrelangen Angebotsüberschuß. Ab Herbst 2008 bildete sich ein nach unten gerichteter Keil, der häufig das Austrocknen eines Ausverkaufs anzeigt. Auch die immer kürzeren O-Spalten, die das Angebot symbolisieren, zeigen die nachlassende Dynamik des Angebots. Fast schon konsequent bildete sich eine sehr lange X-Säule im Winter 2009, die das Umdenken der Marktteilnehmer verdeutlicht. Mit der X-Säule wurde auch ein Kaufsignal generiert, da die vorhergehende X-Säule überboten wurde. Erst im starken Widerstandsbereich bei knapp vier Euro verschnaufte die Aktie. Ich würde mich über Kurse von 5 nicht wundern. Mindestens ein Test der fallenden 50-Tage-Linie sollte bei diesem Wert aber drin sein.
Ich wünsche Ihnen ein angenehmes verlängertes Maiwochenende!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Buhl
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