Besser als in den "Clinton Wunder-Jahren"
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 16. Dezember 2005 12:00 Uhr
ENL5454
*** "Von 1993 bis 2003 hat Deutschland den Mullahs (in Teheran) rund 830 Millionen Euro Finanzhilfe gegeben. Auch im letzten Jahr erhielt der Iran 38 Millionen Euro aus Berlin. Wollen wir wirklich mit unseren Steuergeldern ein Regime unterstützen, das den Juden in Israel einen neuen Holocaust androht?"
- CLW, Der Tagesspiegel (Berlin), 28. Oktober 2005
*** Zwillingsdefizit. Immobilien-"Blase". Inflation. Ölpreis. 500.000 Arbeitslose. Untergang des Dollars. Heulen. Meckern. Humanität.
Wenn ich die täglichen Tiraden meiner perma-bearishen Kollegen lese, dann müsste ich eigentlich denken, dass es der US-Wirtschaft so schlecht wie mindestens seit dem Crash des Jahres 2000 geht.
Die europäischen Linken haben ihre eigene Terminologie für das Beschreiben der wirtschaftlichen Lage der USA. So schreibt der Spiegel z.B.: "glänzt mit starkem Wachstum" über das Wirtschaftswachstum der USA. "Beneidenswert robust" ist eine weitere Beschreibung. Weiter heißt es in diesem Artikel: "Das US-Wirtschaftswachstum lag jetzt 10 Quartale in Folge über 3 %. Das ist die längste Periode mit einem so hohen Wirtschaftswachstum seit 1985/1986."
Ich habe ein bisschen recherchiert, aber ich habe nicht viele amerikanische Kommentatoren gefunden, denen es eine Nachricht wert gewesen wäre, dass die Wirtschaftspolitik der Bush-Administration nun die Clinton-Wunderjahre übertroffen hat. Sie wissen, was ich mit den "Clinton-Wunderjahren" meine: Die Periode der sich aufblasenden Internet-Blase, die die Leute als das "letzte goldene Zeitalter des amerikanischen Reichtums" verkaufen wollten. Tatsache ist hingegen:
Die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik des Weißen Hauses hat jetzt wieder das Niveau der wirtschaftlichen Stabilität erreicht, das es bereits während der Reagan-Jahre gab.
*** Das US-Wirtschaftswachstum lag zwischen Juli und September um 3,8 % über dem Vorjahreswert. Die Konsumausgaben stiegen um 3,9 %, die Investitionen der Unternehmen um 8,9 %. Die Kerninflationsrate lag bei 1,3 %, was unter den 1,7 % des Vorquartals lag.
Als ich mein Archiv durchging, fiel mir ein weiterer Punkt auf, der es nicht auf die Agenda der Schreiberlinge geschafft hat. Am 14. Oktober wurde prognostiziert, dass das US-Haushaltsdefizit des Fiskaljahres 2005 bei 319 Milliarden Dollar liegen würde, was 2,6 % des BIP entsprechen würde. Das wäre ein ganzer Prozentpunkt unter den 3,6 % des Jahres 2004. Ursprünglich hatte das Weiße Haus für 2005 ein Defizit von 427 Mrd. Dollar prognostiziert.
Es sieht in der Tat so aus, als ob Steuersenkungen und eine pro-Wachstum-Wirtschaftspolitik nicht nur Millionen von Arbeitsplätzen geschaffen haben, sondern auch die Steuereinnahmen beeindruckend haben steigen lassen.
Die Neuverschuldung als Anteil am BIP würde damit in den USA deutlich geringer sein als bei China (Haushaltsdefizit, soweit feststellbar, bei 5,5 % des BIP) und Deutschland (über 3,4 %) oder Japan (chronisches Haushaltsdefizit bei rund 7 % des BIP).
Das sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie hören, wie schrecklich wir in den USA es haben sollen ...