Besorgte Anrufer beruhigt
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 9. August 2011, 08:30 Uhr
erst reagierten die Märkte recht besonnen auf den Entzug des AAA-Ratings der USA, doch dann wurden die Anleger übermannt von der Panik. Die Talfahrt, die letzte Woche begann, wurde nicht nur fortgesetzt, sie beschleunigte sich noch. Ich bekam schon Telefonanrufe von Freunden und Bekannten, die sich ernsthaft Sorgen um mich machen. Verständlich, wenn man die Panikmache der Medien verfolgt, oder aber selbst, wie so viele Anleger, betroffen sind. Auch heute werde ich mich extrem zurückhalten, und sicher auch keine Übernachtpositionen einnehmen. Nicht weil ich es den Anrufern versprechen musste, sondern weil dies bereits an den letzten Handelstagen meine Antwort auf die Entwicklung an den Märkten war.
Die gestrige Einschätzung, dass es keine schnelle Kehrtwende geben wird, bekräftige ich auch heute. Zu einschneidend ist das Ereignis und der Boden muss erst noch gefunden werden. Daher wiederhole ich auch meinen gestrigen Rat: Passen Sie auf sich auf, lassen Sie sich nicht anstecken von Panik und Gier. Bleiben Sie auf dem Teppich, und gehen Sie, falls Sie handeln müssen oder wollen, nur Mini-Positionen ein.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -5,02% |
| Dow Jones: | -5,55% |
| EuroStoxx50 | -3,72% |
| EUR/USD: | +0,48% |
| Gold: | +3,40% |
| Silber: | +3,06% |
| Öl (Sorte Brent): | -3,20% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind. Hier gibt es die Trade-Aktivitäten in Echtzeit: Instinkt Trader.
Dax (DAX.I): Panik, Panik
Beim Dax ist weiter der Panikmodus aktiviert. Der Bruch der 6.000er-Marke reichte den Bären gestern nicht aus, es ging sogar bis 5.700 Punkte abwärts. Am frühen Morgen trauen sich einige Marktteilnehmer und ziehen den Dax 100 Punkte nach oben, doch sagt das gar nichts aus, auch gestern begann so der Handelstag, und wie er endete, ist jedem bekannt.
Weiterhin bevorzuge ich, von der Seitenlinie aus das Treiben zu beobachten. Eventuell wird es untertägig in bestimmten Situationen Trade-Aktivitäten geben - mit kleinen Positionsgrößen -, doch sind diese vor Handelsbeginn nicht zu benennen, da Tageschwankungen von mehreren hundert Punkten dies unmöglich machen.
Einen Long-Einstieg logge ich aber bereits ein: Wird die 6.000er-Marke zurückerobert, könnte das Schlimmste vorbei, oder zumindest eine ambitionierte Gegenbewegung angestoßen sein. Geht es unter das Tief bzw. unter die 5.700er-Marke, so gehe ich short mit mittelfristigen Kursziel 5.500 Punkte.
Gestriges Ergebnis: Gewinn13 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): Wieder wehren sich einige Bullen am Morgen. Wie endet der Wettstreit heute?
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden. Bei Trades mit überschaubarem Kursziel ziehe ich den Stopp aber auch enger an.
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Jaunecker (18.08. 2011 14:35 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, die Geschichte der US-Autoindustrie ist eine uralte. Vor mehr als 30 Jahren konnten europäische Autobauer und später auch japanische US-amerikanische Bürger von Ihren Produkten überzeugen, weil diese Fahrzeuge nicht nur auffällig auf US-Strassen waren, sondern diese eine wesentlich bessere Straßenlage, geringeren Treibstoffverbrauch und trotzdem ein hohes Maß an Komfort geboten haben. Ein Programm, daß jetzt eine Einsparung der Treibstoffmengen vorsieht ist somit um mindestens 30 Jahre zu spät. Auch die Befindlichkeit der diversen US-Politiker ist eine Farce, normalerweise stehen in Zeiten der Not alle Kräfte eines Landes zusammen - nicht so in den überheblichen USA, wo beispielsweise Leute (Politker) sich auf eine von Gott gewollte politische Karriere berufen!!!!! Hier ähnleln diese Aussagen bereits jenen, die politische Kräfte in den unseligsten Zeiten Europas getätigt haben (Rassenwahn, Diktatur, Verlust jeglicher bürgerlicher Rechte u.s.w.). Die Folgen dieser Geisteshaltung waren Vertreibung, Enteignung und Krieg mit 55 Mio Toten. Die USA muß zu Kenntnis nehmen, daß die Haltung der Bush-Administration bei weitem weltweit keine Freunde geschaffen hat, die Vormachtstellung der USA verloren wurde und auch der Dollar jeglichen Wert auf lange Sicht verliert (im deutschen Volksmund kann man auch seine leeren Taschen zeigen und meinen "Do lar und Do lar". Weiters unbestritten ist die Tatsache, daß die Investitionsbereitschaft vermögender Kreise zu nimmt, wenn rigorose fiskalische Maßnahmen drohen. Dadurch wird zwar eine Verteilung des Vermögens erreicht, der Staat als Ganzes gewinnt aber, und diese Priorität muß die USA klären um vielleicht wieder zu erstarken. Mit freundlichen Grüßen Peter Jaunecker
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