Beschleunigte Talfahrt

Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Finanzkrise
vom


Oh, oh, oh - alles andere als erbaulich sind die aktuellen Neuigkeiten zur aktuellen Lage der deutschen Industrie. Gestern teilte das Marktforschungsinstitut Markit mit, dass die Industrie immer mehr die Folgen der globalen Überschuldungskrise zu spüren bekommt.

Auftragsrückgang zu beklagen

Ja, seit 13 Monaten in Folge gehen nun die Auftragseingänge der deutschen Industrie zurück. Und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, aktuell beschleunigt sich der Abwärtstrend sogar. „Die Lage der deutschen Industrie hat sich binnen Monatsfrist dramatisch verschlechtert", so Tim Moore von Markit. Im Juli des Krisenjahres 2012 gab es die stärksten Produktions- und Auftragsrückgänge seit August 2009. Der Einkaufsmanagerindex sank auf 43. Zur Erinnerung, die Expansionsschwelle liegt bei 50.


Wahrscheinliche Rezession im dritten Quartal

Und nicht nur die deutsche Industrie kämpft gegenwärtig mit großen Problemen. Die gesamte Industrie in der Euro-Zone leidet. Der Chefvolkswirt von Markit,Williamson, konstatierte, dass die Industrie im Euro-Raum im Juli noch tiefer in die Krise geschlittert sei. Es sei daher nicht unwahrscheinlich, dass die Euro-Zone im dritten Quartal in eine Rezession abgleiten werde.

Starker Nachfragerückgang

Seit 14 Monaten in Folge gehen nun die Aufträge in der europäischen Industrie zurück. Hoch interessant auch, dass im Juli sowohl die Einkaufs- wie auch die Verkaufspreise rückläufig waren. Ja, Sie lesen richtig, die Industrie versucht mit niedrigeren Verkaufspreisen gegenzusteuern. Ja, die deflationäre Abwärtsspirale nimmt in der Realwirtschaft ihren Lauf. Und die verantwortlichen Politiker und Notenbanker werden mit aller Macht, oder auch Ohnmacht, versuchen, diesen Trend zu stoppen. Auch wenn das „Dagegenhalten" vertrags- und rechtswidrig sein sollte.

EZB-Sitzung

Und da wären wir wieder bei Mario Draghi, der ja am heutigen Donnerstag verkünden wird, was er für „erforderlich" hält, um den Euro zu erhalten und gleichzeitig die Finanzkrise zu bekämpfen. Gut möglich, dass Herr Draghi die extrem hohe Erwartungshaltung wird kaum erfüllen können.

Derweil hat sein Kollege in den USA, Mr Bernanke, gestern noch kein neues QE 3 verkündet. Jedoch hat der Offenmarktausschuss der US-Notenbank auch mitgeteilt, dass weitere geldpolitische Maßnahmen ergriffen werden, falls dies für eine stärkere wirtschaftliche Erholung wirklich nötig sei.

Ja, die US-Notenbanker haben ihr Pulver gestern trocken gehalten. Sie werden aber eingreifen, falls sich die deutlichen Abwärtsrisiken noch deutlicher als bisher manifestieren. Bleibt dann einzig die Frage, ob es die US-Notenbank im Herbst wagen wird, sich mit QE 3 in die heiße Phase des US-Präsidentenwahlkampfs einzumischen...


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Kommentar von Ekkehard Martin

Eine moderate Rezession wird schon genügen, um vor allem die südlichen €-Staaten tief in die Krise abgleiten zu lassen. Wenn sinkenden Steuereinnahmen und Beiträgen zu den Sozialversicherungen gleichzeitig deutliche Steuerausfälle und Arbeitslosigkeit gegenüberstehen, werden die Südländer die Limits der Rettungsschirme schnell erreichen. Kein Wunder, wenn dann schon heute der unlimitierte ESM gefordert wird. Leider wird auch dieser die nötigen Reformen in den Krisenländern nicht fördern, sondern eher überflüssig machen. Die Inflation wird aber das erforderliche Korrektiv zwischen Staatsschulden, Bankenschulden und dem vermögenden Bürger herstellen.

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Kommentar von Peter Harting

Wenn die Richtung der roten, grünen, hollandischen, bsirsken und gutgemenschten Runderneuerer fotgeschrieben würde, gäbe es am Ende nur noch Arme. Der Illusion, der Staat würde aus dem mehr eingenommenen Geld die Armen reich machen, wird von berufener Seite kaum widersprochen. Deshalb stimmt es wohl, dass an nichts so eifrig gearbeitet wird, wie an der Straße zum Abgrund, und nichts wird konsequenter erarbeitet wie der sichere Grund zum Unglücklichsein.

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