Bernankes Zusicherung
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 10. August 2011, 08:30 Uhr
ein Versprechen der amerikanischen Notenbank sorgte gestern für ein Ende der beängstigenden Talfahrt. War es während des Tages noch eine Vermutung, die das vorläufige Ende der Abwärtsbewegung einläutete, so bestätigte sich dies, als Ben Bernanke vor die Mikrofone trat. Die Fed wird den Leitzins noch mindestens zwei Jahre extrem niedrig halten. Außerdem kündigte Bernanke an, dass man gewillt ist, gegebenenfalls weitere geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen. Zumindest gestern reichten die Versprechungen aus, um einen satten Sprung der US-Indizes auszulösen. Es wurde aber auch klar geäußert, dass sich die wirtschaftliche Erholung in den nächsten Quartalen verlangsamen wird. Jetzt eine Jubelarie anzustimmen ist also völlig verkehrt - viele Staaten sind weiter überschuldet und es fehlen Lösungsansätze grundsätzlicher Art. Insbesondere ist es aktuell doch auch eine Krise der Politik. Man traut den Volksvertretern nicht mehr zu, Herr der Lage zu werden.
Da ich zu Hause derzeit ein kleines Lazarett habe, konnte ich gestern in der entscheidenden Phase des Tages (die Reboundphase beim Dax) nicht traden. Auch heute werde ich nur einen kleinen Teil des Tages vor den Handelsschirmen verbringen können. In diesen historischen Zeiten ist dann schon bitter. Wie ein Fußballer, der bei einem großen Turnier auf die Tribüne verbannt wurde. Doch die Gesundheit, gerade für die Liebsten, geht natürlich vor. Wadenwickel, Fieberzäpfchen, Globuli und Zwiebelsäckchen für die Kleinste und eine Frau, die derzeit an Krüken läuft - gegen meine letzten Stunden waren die letzten Paniktage an den Finanzmärkten gar nicht mehr so aufregend.
Es entfällt daher auch die Einzelbetrachtung, die aber im Falle des Dax ohnehin kaum seriös durchführbar ist. Bei Tagesschwankungen von 600 Punkten regiert der Zufall.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,10% |
| Dow Jones: | +3,98% |
| EuroStoxx50 | +0,32% |
| EUR/USD: | -0,33% |
| Gold: | +1,18% |
| Silber: | -3,81% |
| Öl (Sorte Brent): | -1,23% |