Bernanke
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 29. August 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
der Markt hatte lange gespannt auf die Rede von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke am vergangenen Freitag gewartet. Vor allem auf eine damit möglicherweise verbundene Ankündigung eines neuen Anleihenaufkaufprogrammes (QE 3) oder irgendetwas ähnlichem, was die Börsen wieder aus dem Sumpf ziehen könnte. Leider hat Bernanke nichts derartiges angekündigt. Im Gegenteil: er gab sich gebetsmühlenartig optimistisch, dass sich die Wirtschaft auch so bald wieder erholen werde. Ohne freilich zu verraten, woher er diesen Optimismus bezieht (aus den Wirtschaftsdaten kann er kaum kommen). Das wäre von einem Mann, den der aktuelle Konjunktureinbruch in den USA völlig überrascht hat, wohl auch zuviel verlangt.
Dennoch erholten sich die Börsen von ihren Tagestiefs nach seiner Rede wieder, obwohl die eigentlich eine Enttäuschung war. Schließlich hatte Bernanke dann aber doch noch etwas angekündigt: Nämlich, dass sich das nächste Fed-Meeting am 21. September über zwei Tage erstrecken werde statt wie üblich auf einen. ???? Ehrlich gesagt, ich weiß auch nicht, was daran so bahnbrechend sein soll, aber die Börsen stiegen nach dieser Ankündigung. Vermutlich sind von einem längeren Treffen der US-Notenbanker mehr Wunder zu erwarten. Und vielleicht wird ja an diesem Tag wieder etwas angekündigt? Und sei es, dass sich die US-Notenbanker beim nächsten Meeting danach volle drei Tage treffen werden. Was gäbe das wohl für eine Aktienrally...