Bernanke Rede
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 10. Februar 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
der gestrige Börsentag bot außer einigen unternehmensspezifischen Nachrichten wenig Interessantes. Das wichtigste Ereignis von allgemeiner Marktbedeutung dürfte die Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke vor dem Haushaltskomitee beim US-Kongress gewesen sein. Darin sieht er Anzeichen eines allmählich selbsttragenden wirtschaftlichen Aufschwungs in den USA. Bernanke erklärte, dass sich die Mitte 2009 begonnene wirtschaftliche Erholung anscheinend in den letzten Monaten verstärkt. Zuletzt habe man zunehmende Anhaltspunkte dafür gefunden, dass sich eine selbsttragende Erholung bei den Konsumausgaben und Investitionen einstellen könnte. So habe sich die reale Verbraucherausgabenquote im letzten Quartal 2010 auf mehr als 4,0 Prozent hochgerechnet auf das Gesamtjahr erhöht. Auch die Investitionstätigkeit der Industrie in neue Anlagen und Software sei über das gesamte Jahr zumeist "robust angestiegen".
In Bezug auf die Arbeitslosenquote in den USA sagte Bernanke, dass diese im Dezember spürbar gesunken sei. Auch der Januar 2011 stimme hier optimistisch. Jedoch bleibe die Arbeitslosenquote möglicherweise für einen längeren Zeitraum erhöht. Dagegen zeige sich eine nach wie vor ziemlich geringe Teuerung bei den Preisen. Auf lange Sicht blieben hier die Erwartungen stabil.
Übersetzt heißt das nichts anderes, als dass die Notenbank weiter fleißig Geld drucken wird, solange die Inflation nicht anzieht, die Arbeitslosigkeit nicht drastisch gesunken ist und die Wirtschaft nicht überhitzt. Der Markt nahm es wohlwollend zur Kenntnis und stieg leicht an. Die Anleger hatten wohl auch nichts anders erwartet.
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