Bernanke-Rede unterstützt Ölpreis
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 27. August 2010, 20:00 Uhr
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In der vergangenen Woche haben sich die Aktienmärkte erneut schwächer entwickelt. Der DAX verlor im Wochenvergleich rund 2,6%. Der Nikkei gab im Vergleich zur Vorwoche rund 2% ab. Der Shanghai Composite schloss die Woche mit einem Minus von 1,2% im Vergleich zum Schlusskurs der Vorwoche und der Dow Jones notiert aktuell mit 1,2% im Minus im Wochenvergleich.
Konjunkturdaten
Die deutsche Wirtschaft ist im 2.Quartal um 2,2% gewachsen, gegenüber dem Vorquartal. Dies ist das stärkste Quartalswachstum seit Bestehen des wiedervereinigten Deutschlands. Der Geschäftsklimaindex des ifo-Instituts weist für August einen Anstieg auf 106,7 Punkte von 106,2 Punkten im Vormonat aus. Damit ist der Index auf den höchsten Stand seit 3 Jahren gestiegen. Analysten hatten zuvor einen Rückgang auf 105,7 Punkte erwartet. Wie das Gfk ermittelte hat sich das Konsumklima im September in Deutschland leicht verbessert. Der entsprechende Indikator stieg von 4 Punkten im August auf 4,1 Punkte.
Auch aus Europa wurden positive Daten gemeldet. Die Auftragseingänge der Industrie in der Eurozone überraschen im Juni mit einem Anstieg um 2,5% gegenüber dem Vormonat. Erwartet worden war nur ein Plus von 1,5%. Der Vormonatswert wurde von +3,8% auf +4,1% nach oben revidiert. Das britische BIP ist im 2.Quartal um 1,7% gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen.
Aus den USA wurde für Juli ein Anstieg des National Activity Index durch die Chicago FED ermittelt. Der Index stieg auf 0 Punkte nach - 0,7 im Vormonat. Dagegen weisen die Verkäufe bestehender Häuser in den USA weisen für Juli den stärksten jemals verzeichneten Rückgang gegenüber dem Vormonat aus. Die Zahlen sanken um 27,2% gegenüber Juni auf 3,83 Millionen. Ohne staatliche Subventionen ist also nach wie vor nicht los im US-Immobilienmarkt. Die Zahlen der Verkäufe neuer Häuser sanken im Juli um 12% auf 276.000. Die Auftragseingänge für langlebige Güter sind im Juli nur leicht gestiegen. Die Zahl der Bestellungen lag um 0,3% über dem Vormonatswert. Erwartet worden war dagegen ein deutlicher Anstieg um 3%. Zudem weist der Manufacturing Index der Richmond FED für August einen Rückgang um 5 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 11 Punkte aus. Dagegen hat sich die Arbeitsmarktsituation in der Vorwoche leicht verbessert. So sank die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 31.000 auf 473.000. Am Freitag legte das US-Handelsministerium seine zweite BIP- Schätzung für das 2.Quartal vor. Demnach wurde das Wachstum nach vorläufig 2,4% auf 1,6% nach unten revidiert. Dagegen hat sich die Stimmung der US-Verbraucher im August verbessert. Der entsprechende Index der Uni Michigan weist einen Anstieg von 67,8 auf 68,9 Punkte aus. In einer Rede zeigte sich FED-Chef Bernanke heute überzeugt, dass sich die US-.Wirtschaft trotz der gegenwärtigen Schwäche im kommenden Jahr wieder fangen werde. Deflationsgefahren bezeichnet Bernanke als gering.
Aus Japan wurde bekannt gegeben, dass sich der Handelsbilanzüberschuss im Juli mehr als verdoppelt hat. Der Überschuss stieg von 684,4 Milliarden JPY im Vormonat auf 804,2 Milliarden JPY. Zudem hat sich in Japan im Juli die Arbeitsmarktlage verbessert und die Konsumausgaben sind gestiegen. Dagegen sind die Verbraucherpreise mit wachsendem Tempo gesunken. Die Bank of China teilte mit, dass ihr Gewinn im 1. Halbjahr um 27% gestiegen sei. Dies, so die Notenbank, deutet auf eine steigende Nachfrage nach Krediten und eine Verbesserung der Qualität der Vermögenswerte hin.
Devisen
EUR/USD, der zu Beginn der Woche, aufgrund der schwachen Datenlage aus den USA und anhaltender Konjunktursorgen, zunächst weiter unter Druck stand, konnte sich von seinem Tief am Dienstag bei 1,2587 zögerlich erholen und handelte zum Ende der Woche mit leichter Seitwärtstendenz über der Marke bei 1,27. Nach der heutigen Ermutigungsrede durch FED-Chef Bernanke stieg EUR/USD kurzfristig auf 1,2779 in der Spitze. Nach wie vor allerdings bleibt das Währungspaar eher richtungslos und wenig dynamisch. EUR/USD notiert aktuell bei 1,2728.
Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Energie
Die Ölpreise handelten bis zur Mitte der Woche deutlich schwächer. WTI erreichte am Mittwoch ein 11-Wochen-Tief bei 70,80 US-Dollar pro Barrel. Vom Tief am Mittwoch ausgehend konnten die Preise sich allerdings, vor allem zum Ende der Woche hin am Freitag, wieder deutlich erholen, entlang der EUR/USD-Entwicklung und etwas Hoffnung spendender US-Arbeitsmarktdaten. Insbesondere die optimitische Rede des FED-Chefs am Freitag bot den Preisen noch einmal Unterstützung.
Dagegen gibt es von der Hurrikan-Front bislang wenig Unterstützung. Wirbelsturm Danielle könnte zwar zu einem starken Sturm werden, wird aller Voraussicht nach aber die Produktionsanlagen im Golf von Mexiko verschonen.
Aktuell notiert WTI zur Lieferung im Oktober bei 74,82 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Oktober notiert aktuell bei 76,24 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis setzte in dieser Woche generell seine stabile Aufwärtsbewegung weiter fort. Am Donnerstag wurde ein Hoch bei 1.245 US-Dollar pro Unze verzeichnet. Unterstützend wirken hierbei nach wie vor die schwache Stimmungslage, aufgrund von Konjunktursorgen und die damit verbundene stärkere Nachfrage seitens der Investoren.
Am Freitag muss der Goldpreis allerdings wieder ein wenig abgeben, was vornehmlich auf Gewinnmitnahmen zurück zu führen sein dürfte.
Der Goldpreis notiert aktuell bei 1.234,70 US-Dollar pro Feinunze in New York. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 1.235 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Die Industriemetallpreise standen bis Mitte der Woche weiterhin deutlich unter Druck, können sich aber seit Mitte der Woche erholen. Während auch hier zunächst die Konjunktursorgen für Druck sorgten, wirkten etwas bessere US-Daten und insbesondere die optimistische Rede von FED-Chef Bernanke am Freitag unterstützend.
Kupfer erhält zudem von fundamentaler Seite her Unterstützung. So sind die LME-Lagerbestände seit dem Hoch im Februar um 28% auf mittlerweile nur noch 400.000 Tonnen gesunken. In Shanghai liegen die Kupferbestände nur noch bei knapp über 100.000 Tonnen.
Kupfer notiert aktuell bei 3,36 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
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