Berg- und Talfahrt in China geht weiter
Volkmar Michler in Profit Radar
vom 05. Juni 2007 19:00 Uhr
ENL5454
Der China-Schock geht weiter. Und er lässt sich beziffern. Gestern wurden im Handelsverlauf satte 340 Mrd. US$ vernichtet – so viel war die Börse Shanghai vor 5 Jahren wert. Der wichtigste chinesische Innlandsindex eröffnete bei 3.564 Punkten, sackte im Tief bis auf 3.400 ab und schloss schließlich bei 3.767 Punkten. Das ist Bungee-Jumping für Börsianer vom Feinsten.
Und es ist auch schwer zu packen bzw. nachzuvollziehen. Nach einem Verlust von über 8% doch noch im Plus zu schließen, das muss man erst einmal schaffen. Es zeigt auch, dass trotz Erhöhung der Börsensteuer um das 3-fache noch immer sehr viel Liquidität im Markt ist, für die es außer der Börse keine Alternative gibt. Damit hat die chinesische Regierung allenfalls einen Teilerfolg erzielt. Denn die überzogene Bewertung der chinesischen Innlandsbörsen bleibt. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass weitere Schritte folgen werden, um das spekulative Geld aus dem Markt zu drängen.
Von kleineren Turbulenzen einmal abgesehen, haben die internationalen Aktienmärkte von Tokio über Frankfurt bis nach New York bisher eher gelassen reagiert. Was wir gestern erlebt haben und was sich auch heute weiter fortsetzt, sind bisher nichts weiter als willkommene Gelegenheiten zur Gewinnmitnahme. Diese wurden bisher sofort wieder aufgekauft, so dass wir immer noch von einer Korrektur im intakten Aufwärtstrend reden können.
Wenn Sie also noch nicht investiert sind – solche Anleger gibt es tatsächlich – dann bieten sich solche Korrekturen immer wieder als hervorragende Kaufgelegenheit in solide Einzelwerte nach dem Motto buy on dips. Denn wir jetzt in heiß gelaufene Werte zu Höchstkursen einsteigt, kann schnell auf dem falschen Fuß erwischt werden. Denn dass diese Rally weiter so ungebremst läuft, wird immer unwahrscheinlicher.