Über die wirtschaftliche Rolle der Regierung
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 7. April 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Die Rolle, die die amerikanische Regierung in Bezug auf die Wirtschaft spielen soll, ist noch nie ordentlich erklärt worden. Ich will mich selber einmal daran wagen. Um es kurz zu fassen: Die Regierung betrügt.
Die Regierung ist eine profunde reaktionäre Einrichtung. Sie gibt immer den aktuellen Kunden (der gegenwärtigen Generation der Steuerzahler) gegenüber den zukünftigen Kunden (denjenigen, die keine Steuern zahlen und die auch keine Lobby haben), den Vorzug. Sie bietet Schutz vor Eindringlingen aus dem Ausland und vor heimischen Unruhestiftern. Sie versucht auch, den Kunden einen Schutz vor der Zukunft zu geben.
Ein Fall klarer Bevorzugung
Die Steuerzahler wollen, dass die Regierung die bestehenden Vermögenswerte... ihre Ansprüche... ihre Arbeitsplätze... ihre Bürgerrechte... vor allen Bedrohungen schützt. In einer modernen Welt kommen die meisten dieser Bedrohungen in Form wirtschaftlicher oder technologischer Veränderung. Und das ist der Grund, warum die Steuerzahler Subventionen und Rettungen fordern. Es ist auch der Grund dafür, dass sie Regulierungen mögen. Alles, was die Veränderung davon abhält, das zu verringern, was sie haben.
Eine anständig funktionierende Wirtschaft - wie sie von Schumpeter beschrieben wird - ist ein Prozess des schrittweisen Wachstums und auch der kreativen Zerstörung... bei der die alten Branchen, die alten Technologien und die alten Institutionen durch den Wandel in die Luft gehen. Die Menschen zahlen Steuern, um das zu verhindern. Die gegenwärtige Generation will, dass die Regierung etwas tut", um sie vor diesem Prozessen zu schützen. Das ist der Grund, warum sie so absolut einverstanden sind, wenn sie sehen, dass die Regierung die Kontrolle für die gesamte Wirtschaft übernimmt, wenn es notwendig ist, um den Kapitalismus davon abzuhalten, sein Werk zu verrichten.
Mehr noch, die aktuelle Generation der in den Ruhestand gehenden Steuerzahler in allen Wohlfahrtsstaaten hofft, dass sie etwas bekommt, das sie sich nicht leisten kann - eine Pension und eine Gesundheitsversorgung, die weit über dem liegen, was sie angespart haben. Wie kann das sein? Nur, indem man Geld von den zukünftigen Einnahmen leiht - d.h. indem man einen Anspruch auf Einnahmen erhebt, die es noch nicht gibt... ein großer Teil davon wird von Menschen verdient werden, die es noch nicht einmal gibt. Die Regierung bevorzugt auch hier wieder die lebenden Wähler gegenüber denen, die schon tot sind oder noch nicht geboren. Im Falle der Vereinigten Staaten blickt das Neugeborene im Jahr 2010 Rechnungen im Wert von 170.000 Dollar entgegen - das ist sein Anteil an den finanziellen Verpflichtungen der Regierung.
Na dann, viel Glück bei dem Versuch, dieses Kind dazu zu bringen, zu zahlen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Harting (07.04. 2010 10:12 Uhr):
Wie schon gestern geschrieben: Kommentar zum Kommentar, doch hier geht es um eine grundsätzliche Einstellung, zu deren Grundlage wir wohl unsere eigene Erfahrung heranziehen können. Und aufgrund dieser möchte ich dem Kommentator des Weltgeschehens hier Recht geben. Würden sich die Regierungen darauf beschränken, wie im Mittelalter nur für Recht zu sorgen und dabei altem Recht vor neuem wie dazumal den Vorrang belassen, hätten die künftigen Generationen, was Sie fordern: Ihr Einkommen für ihre eigenen Bedürfnisse. Denn die Rechtspflege allein würde den Staat schätzungsweise nur ein Zehntel dessen kosten, was er heute für die angemaßte Wohlfahrt ausgibt.
Antworten - Kommentar von IngoGerhard Souviron (07.04. 2010 11:03 Uhr):
Seit geraumer Zeit beschäftigt mich ein kleiner Zusatzgedanke zum Thema Inflation, Hyper oder nicht Hyper :-) Inflattion bedeutet ja grundsätzlich das sich der Wert des Geldes, in der Regel einer Währung, gegenüber anderen Werten wie Brot, Gold, anderen Währungen etc. reduziert. Natürlich wäre ein hyperinflationäres Szenario äusserst gefhährlich für viele Dinge und Zustände die uns lieb geworden sind, wie beispielsweise den ( Schein ) -Frieden unser Erspartes etc. Nun zu meinem Gedanken und es würde mich natürlich interessieren wie ein noch richtig tickender Zeitgenosse wie Herr Bonner diesen Gedanken kommentieren würde. Was passiert wenn alle wichtigen Länder ( Währungen ) gleichzeitig in etwa gleich stark inflationieren? Gegenüber welcher Währung wird der Amerikaner ( USD ) kaufkraft verlieren wenn der Euro der Jen und der Yuan gleichzeitig in etwas gleichviel an Wert verlieren und wie lange würde es dann dauern bis beispielsweise die Tschechen mit Ihrer Krone und/ode die Schweizer mit Ihrem Franken so stark werden dass deren Währung zur Leitwährung würde? Meiner Meinung nach, aufgrund der geringen Wirtschaftkraft im Vergleich zu den Grossen, nie! Ich bin auf diesen Gedanken gekommen weil zur Zeit meiner Meinung nach genau dieses vorbereitet wird und teilweise schon stattfindet. Und zwar weitestgehend aufgrund der Verflechtung der grossen Wirtschaften, deren Abhängigkeiten zueinander und aufgrund der grossen internationalen Verbreitung von vielen Unternehmungen. ( Globalisierung ) Eine gewisse Portion Steuerung ( Verschwörungstheorien ) steckt wahrscheinlich auch noch drin, meiner Meinung nach jedoch höchstens in Mitläuferfunktion, wenn überhaupt :-) Die Folgerung wäre dann dass bis die Märkte, die Kräfte der Natur oder des Universums, wie man diese auch immer nennen möchte, ein neues Mittel gegen die Menschlichen Defizite offenbart, müsste man vorläufig wenig Befürchten !? Selbstbverständlich werden die korrektiven Kräfte, die dan etwas weiter als zur Zeit anzunehmen in der Zukunft liegen, umso verheerender zuschlagen, man kann die Gesetze der Natur nicht nachhaltig verbiegen und sich den Fakten nicht entziehen. Worauf ich hinaus will ist, dass eventuell der gegenwärtige Zustand und dieses System noch viel länger anhält ( subjekive funktioniert ) als wir, die wir theoretisch richtig liegen, glauben. Womit wir dann natürlich objektiv falsch lägen, zumindest für den Moment und/oder für absehbare Zeit. Dieses kennen wir ja ebenfalls aus der Geschichte, diejenigen von uns die einen gewissen Namen haben, würden dann wie so oft post mortem geprisesen als diejenigen welche schon immer richtig lagen :-) jedoch den Ausgang der Geschichte nicht mehr miterleben konnten.
Antworten - Kommentar von Jürgen (07.04. 2010 12:56 Uhr):
Mal schauen wer das bezahlt wenn keiner arbeitet lol und in deutschland auf Hartz 4ler schimpfen Dummheit gehört bestraft was diese Regierungen noch bitter lernen werden
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