Über die Folgen hoher Staatsverschuldung
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 24. August 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
In ihrem aktuellen Jahresbericht macht die Baseler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) interessante Ausführungen über die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen in den Industrieländern.
Folgen hoher Verschuldung
Die BIZ weist in diesem Kontext auch vor allem auf die Folgen einer hohen Staatsverschuldung hin. Demnach würden frühere Erfahrungen und überzeugende ökonomische Argumente vor einem massiven und schnellen Aufbau der Staatsverschuldung warnen. Fehlende Haushaltsdisziplin gefährde die Zahlungsfähigkeit eines Landes, verringere das Wachstumspotenzial und senke den Lebensstandard. Darüber hinaus werden die Möglichkeiten der Notenbank, die Inflation wirksam zu bekämpfen, eingeengt.
Stark steigende Staatsverschuldung oft Folge von Bankenkrisen
Seit dem zweiten Weltkrieg habe es mit den Ausnahmen Japan und Deutschland keine Insolvenz eines Industrielands mehr gegeben. Wenn man aber weiter in die Geschichte zurückblicke, so stellt man fest, dass stark steigende Staatsschulden oft Folge von Bankenkrisen gewesen seien. Darauf folgten für gewöhnlich Phasen mit hoher Inflation und einer steigenden Zahl von Staatsinsolvenzen. Selbst in den ehedem fortgeschrittenen" Staaten. In der Regel seien in diesen Ländern die Folgen einer Einstellung des Schuldendienstes oder einer Umschuldung (haircut") in Kauf genommen worden, wenn die finanziellen und sonstigen Folgen einer Inflation aus ihrer Sicht noch schmerzhafter gewesen wären.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, die Verantwortlichen in einigen Industrieländern werden in den kommenden Jahren die Qual der Wahl" haben, sich für das aus Ihrer Sicht geringere Übel" zu entscheiden. Einstellung des Schuldendienstes mit einem klassischem Haircut" oder bewusstes Betreiben einer Inflationierung mit negativer Realverzinsung.
Gesamtwirtschaftliche Folgen hoher Staatsverschuldung
Aber selbst wenn die ungünstige Schuldendynamik vermieden werden kann, gebe es insgesamt drei Schlüsselfaktoren, die im Zusammenhang mit einer höheren Staatsverschuldung im Lauf der Zeit Wachstumspotenzial begrenzen und den Lebensstandard verringern können:
Erstens müsse ein größer werdender Teil des Staatshaushalts für Zinszahlungen verwendet werden. Mittel für produktive Ausgaben (etwa für Infrastruktur oder Bildung) fehlen dadurch. Des weiteren könne es zu einer höheren Steuer-Besteuerung kommen.
Zweitens führe der erhöhte Finanzbedarf des Staates zu einem schärferem Wettbewerb unterschiedlicher Anlageprodukte um privates Anlagekapital.
Und schließlich könne durch eine höhere Staatsverschuldung die Wirksamkeit und der Spielraum der Fiskalpolitik abnehmen. Die darauf folgende höhere gesamtwirtschaftliche Volatilität dürfte sich zudem hemmend auf die Kapitalbildung auswirken.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Karl Wanner (24.08. 2010 09:31 Uhr):
Danke für obigen Artikel über negative Folgen eier Staatsverschuldung. Wissen eigentlich unsere politiker, dass sie für jede Million Staatsver-schuldung und den daraus resultierenden Zinszahlungen in Höhe von 30 bis 40 Tausend Eure jeweils einen Arbeitsplatz kaputt machen? Für die etwa 2 Billionen Staatsver-schuldung Deutschlands könnten wir 2 Millionen Arbeitslose in Arbeit bringen. Wer Schulden macht, lädt Schuld auf sich. Deshalb müßte diese Schulden-macherei unserer Politiker per Grund-gesetz verboten und bestraft werden, zumal sie das viele Geld sehr häufig nur deshalb so großzügig verteilen, weil sie sich damit als "Gutmenschen" darstellen und wiedergewählt werden wollen. Mit Grüßen Dr. Karl Wanner
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