Ben Bernanke ist kein Held
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 1. September 2009, 07:30 Uhr
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In der vergangenen Woche betraf ein Großteil der Nachrichten und Kommentare entweder den Tod von Edward Kennedy oder das Leben von Ben Bernanke. Ich spreche nicht schlecht über die Toten, nicht hier auf diesen Seiten. Also werde ich von den Lebenden sprechen.
Diejenigen, die schon lange unter diesen Newslettern leiden, werden sich erinnern können, warum das Land George W. Bush gewählt hat, um das Land anzuführen. Die Natur lehnt ein Monopol ab und verachtet die Leere. Damals hatte Amerika ein fast uneingeschränktes Machtmonopol. Die Sowjetunion hatte das Handtuch geworfen. China hatte die Straße zum Kapitalismus gewählt. Das amerikanische Imperium hatte keine Rivalen mehr.. und es musste dringend die ein oder andere Stufe nach unten korrigiert werden. Aber wie? Wenn ein Land keine würdigen Wettbewerbsgegner mehr hat, wie kann es dann geschlagen werden? Die Antwort liegt auf der Hand: es muss sein eigener schlimmster Feind werden. George W. Bush war der Mann, den die Geschichte brauchte... ein Mann, der wie Gummi in den Händen der Neo-Konservativen sein würde... ein Mann, auf den man sich verlassen konnte, wenn es darum ging, das Falsche zu tun... und das Land auf den Weg der Zerstörung zu führen.
Osama Bin Laden hat ihm freundlicherweise ein Videoband geschickt, auf dem erklärt wird, was er zu tun hat. Die Vereinigten Staaten sollten den Weg in die Katastrophe durch das Geldausgeben pflastern, sagte er. Die Vereinigten Staaten würden teure, vergebliche Kriege führen... während sie gleichzeitig auch die Ausgaben in der Heimat steigern würden. George W. Bush hat die größte Einzelrechnung aller Zeiten unterzeichnet - eine Maßnahme der Gesundheitswesens - während er gleichzeitig sein Imperium in den teuersten Einzelkrieg geführt hat, einen Krieg, der länger dauern würde und mehr kosten würde als der Zweite Weltkrieg.
Aber George W. Bush war erst der Anfang. Jetzt ist er wieder in Texas. Und sein Imperium ist immer noch im Geschäft. Was kann das Schicksal nun tun? Gebt uns Obama und Bernanke. Obama setzt den imperialistischen Krieg fort. Und mit Bernanke als Spießgesellen, können die beiden sich jetzt auf den Weg machen, die Finanzen des Imperiums zu zerstören. Wenn sie damit fertig sind, wird der Dollar nicht länger die Reservewährung der Welt sein. Die amerikanischen Schatzanleihen werden nicht länger der sicherste Kredit in der Welt sein. Und die Amerikaner werden nicht mehr die reichsten Menschen auf dem Planeten sein.
Das ist meine Prognose. Beweisen sie mir, dass ich daneben liege!
Die Leser werden feststellen, dass es keine Verbindung zwischen dem, was sie hier lesen und dem, was sie in der allgemeinen Presse lesen gibt. Den Zeitungen zufolge ist Ben Bernanke ein Held. Er hat eine „Zweite Weltwirtschaftskrise" verhindern können. Obama hat ihn dafür ausgezeichnet, indem er ihm eine zweite Amtszeit gegeben hat. Die Erholung gilt als abgeschlossen.
Aber so ist es nicht. Der Lärm ist immer noch da. Aber die Geschichte ist die Gleiche. Wir stehen am Anfang einer langen Phase der Anpassungen - einer Krise.
Weder Öl, noch Gold, noch der Dow haben wirklich Fortschritte gemacht - weder nach oben noch nach unten.
Freddie und Fannie sind in der vergangenen Woche steil nach oben geklettert. Aber die allgemeine Geschichte vom Immobilienmarkt ist immer noch die gleiche. Es gibt eine Rekordzahl leerstehender Häuser. Bei fallenden Einkommen gibt es keinen Grund mehr, mit einer Erholung der Preise zu rechnen.
Die amerikanische Post sagt, sie würde 30.000 Stellen streichen. USA Today sagt, immer mehr Leute könnten die Rechnungen für die Unterhaltskosten ihrer Häuser nicht mehr bezahlen. Und einer von drei Arbeitern hat keine ausreichenden Ersparnisse um eine Woche oder weniger durchzuhalten.
Auch der Welthandel erholt sich nicht. Der Baltic Dry Index ist seit Juni um 45% gefallen. China ist eine Blasenwirtschaft, basierend auf Krediten und nicht auf echtem Wohlstand. Und Amerikas Konjunkturprogramme - insbesondere das Programm „Geld für Karren" - haben die Sache noch schlimmer gemacht, indem sie noch stärker die zukünftigen Ausgaben in die Gegenwart gezerrt haben und zu der amerikanischen Gesamtverschuldung beigetragen haben, während sie gleichzeitig nicht wirklich irgendeinen wirtschaftlichen Fortschritt erzielen konnten.
Um es kurz zu machen: Ben Bernanke ist kein Held. Und die Wirtschaft erholt sich nicht.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Schafranek (01.09. 2009 13:03 Uhr):
Wie immer sehr zutreffend und herrlich zu lesen. Schafranek
Antworten - Kommentar von Jens Gotthardt (01.09. 2009 14:15 Uhr):
Liest sich alles ziemlich dramatisch! Kann die USA daran sogar zerfallen? Wenn ja-welche Folgen hätte das!?
Antworten - Kommentar von René Bagnoud (01.09. 2009 14:36 Uhr):
Die Schulden der Industrieländer wachsen unheimlich schnell. Einem Stausee gleich, der sich im Sommer mit Schmelzwasser füllt. Noch hält der Damm, aber irgenwann in nicht allzu ferner Zukunft wird dieser Damm bersten. Danach wird wohl ein noch nie gesehenes Chaos der Währungen sein. Wohl dem, der stabile Sachwerte und Edelmetall besitzt
Antworten - Kommentar von ovg (02.09. 2009 10:30 Uhr):
Bernanke ist defintiv kein Held. Mit seiner Anhebung des Leitzinssatzes auf damals 6 oder 6,5 Prozent, die laut seiner Ansicht nötig war, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern, löste er die ganze Krise erst aus. Wirtschaftlich bestand meiner Ansicht nach keine Notwendigkeit dies zu tun. GIER, vor allem bei den Shareholdern derjenigen Banken, die die FED und somit den amerikanischen Staatshaushalt refinanzieren, dieselben Banken, die auch das Lodoner Goldfixing bestimmen wäre wohl das bessere Wort. In der Folge konnten viele Schuldner ihre Hypotheken schon damals nicht mehr bedienen und die Lawine kam ins Rollen...
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