Bekommt Griechenland Hilfe von Europa? EUR erneut in Zwischenerholung
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 10. Februar 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Die Situation in Griechenland bleibt nach wie vor im Mittelpunkt des Geschehens! Weder die neuesten Daten aus China, noch aus Japan haben den Markt beeindruckt. Eher noch wartet man auf die anstehenden Worte von FED-Chef Bernanke, obgleich - meiner Meinung nach - von dieser Seite nicht sehr rasch mit einer großen Veränderung gerechnet werden kann. Ich schätze die FED wird frühestens im 2.Quartal des kommenden Jahres den Schritt der Zinsanhebung wagen.
Also, aller Augen auf Griechenland....
Wird Europa den Griechen aus der Patsche helfen?
Griechenland steht nach wie vor im Fokus der Marktteilnehmer. Da hilft es nicht gerade, dass dort der öffentliche Sektor heute streiken will.
Auf der anderen Seite scheint es Hoffnungsschimmer für die Griechen (und damit auch für den Markt) von Seiten der europäischen Staaten zu geben. Griechenlands Papandreou trifft sich heute mit Frankreichs Sarkozy. Doch wichtiger ist das morgige Treffen der EU-Spitzen! Denn offensichtlich plant man etwas, um den Griechen aus der Patsche zu helfen. Zumindest deutete Deutschlands Finanzminister Schäuble darauf hin, man habe eine Idee, wie man Griechenland unter die Arme greifen könne und wolle diese morgen diskutieren.
Tja, wenn die europäischen Staaten den Griechen tatsächlich bilaterale Hilfe anbieten, diese allerdings auch an mindestens ebenso harte Bedingungen knüpfen, wie es der IWF tun würde, dann könnte EUR/USD vielleicht langsam einen Boden gefunden haben.
Was mich überrascht ist, wie schnell die europäischen Staaten reagieren. Ich hätte viel eher erwartet, dass man Griechenland erst einmal die Zeit gibt die geplanten Sparprogramme überhaupt umzusetzen und erst wenn sich dann tatsächlich herausstellt, dass die Griechen nicht in der Lage sind, sich über die Bond-Märkte selbst zu finanzieren, ein Einschreiten der Europäer auf der Tagesordnung steht. Aber, nun ja, der Markt bringt offenbar wenig Geduld auf und so fühlen sich die Europäer wohl unter Druck. Zumindest reichte Schäubles Wink aus, um dem Euro einen netten Hüpfer zu verpassen! Dennoch heißt es erst einmal abwarten: mal schauen was die EU-Spitzen nach dem morgigen Treffen tatsächlich zu sagen haben werden!
EUR/USD hat in dieser Woche erneut eine Zwischenerholung begonnen mit 1,3838 gestern im Hoch. So lange EUR/USD die 1,39 allerdings nicht nachhaltig nach oben durchbrechen kann, erscheint mir die aktuelle Bewegung eher wie eine Korrektur im Abwärtstrend. Ein Widerstand ergibt sich bei 1,3736. Sollte dieser nach unten durchbrochen werden, wird als nächstes auch ein Test der 1,3587 wahrscheinlich. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3801.
Quelle: CFX-Broker
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