Beim Weltretter wird Geld teurer
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 20. Oktober 2010, 08:30 Uhr
die bullisch eingestellten Marktteilnehmer erlebten gestern einen rabenschwarzen Tag. Die wichtigsten US-Aktienindizes verloren im Schnitt etwa 1,5% an Wert. Der Korrekturtag traf die Rohstoff-Anhänger aber noch härter. Silber verliert 4,5%, Rohöl 4% und Gold 4%. Es gab aber auch einen Gewinner: Der US-Dollar hat kräftig zulegen können, und zwar nicht nur gegen die so genannten Rohstoffwährungen - wie etwa der australische Dollar -, sondern auch gegen die europäische Gemeinschaftswährung.
Hauptgrund des gestrigen Ausverkaufstages war die überraschende Zinserhöhung in China. Die chinesische Notenbank erhöht ihren Zinssatz um 25 Basispunkte. Damit wird das Geld in dem Land teurer, welches auserkoren wurde, die Weltwirtschaft zu retten - natürlich nur auf die Weltwirtschaft bezogen, sonst würde ein Hollywood-Genre aussterben und Bruce Willis arbeitslos werden. Mit der Aktion bzw. der Liquiditäts-Verknappung soll eine Überhitzung der Wirtschaft verhindert werden. Dieses Problem hätten viele Staaten gerne, umso schlechter kommt daher die geldpolitische Maßnahme außerhalb Chinas an, und wirkt somit der geplanten Geldschwemme der USA entgegen, die schon im Vorfeld die Börsen hochzog. Viele Anleger nahmen deshalb nach der jüngsten Rallye Gewinne mit.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,40% |
| Dow Jones: | -1,48% |
| S&P 500: | -1,59% |
| Nasdaq: | -1,64% |
| EUR/USD: | +0,28% |
| Gold: | -3,03% |
| Silber: | -4,51% |
| Öl (Sorte Brent): | -3,91% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): die BASF-Zahlen stützen den Markt
Heute morgen sieht es nicht ganz so schlecht aus. Der Dax notiert etwa 35 Punkte über dem gestrigen Tief. Der neuerlichen Sorge um Immobilien, US-Banken bangen darum, ob Rückforderungen auf sie zukommen, steht eine überraschend feste China-Börse entgegen. Dort scheint die Zinserhöhung schon verdaut zu sein. Ein Vorbild für den heutigen Handelstag, oder nur ein Zeichen der Stärke der chinesischen Wirtschaft? Auch die eben bekannt gegebenen guten BASF-Zahlen tun dem Markt gut.
Die wichtigsten Trigger-Marken sind für mich heute das alte Jahreshoch bei 6.510 Punkten (von letzter Woche) und die Unterstützungszone um 6.450 Punkte. Kommt es zum Bruch des Widerstands oder der Unterstützung, so gehe ich mit der Ausbruchsrichtung long oder short. Scheitert der Dax aber am Widerstand, werde ich eine Short-Position eröffnen, sobald es wieder unter die 6.500er-Marke geht. Beim Bullen-Szenario ist dann plötzlich wieder das noch junge Jahreshoch bei 6.550 Punkten das Ziel. Der gestrige Schreckenstag könnte also schnell wieder vergessen werden, vorausgesetzt es geht wieder über 6.510 Punkte.
Am Abend war der Dax aufgrund der Wall Street-Entwicklung schwach, konnte sich aber, wenn auch mühsam, über der Unterstützung bei 6.450 Punkten halten. Bei einer neuerlichen Kontaktaufnahme mit dieser Kurs-Zone bin ich hellwach und sollte der Dax hier wieder aufgefangen werden, gehe ich long. Rutscht er aber durch die Unterstützung durch, eröffne ich eine Short-Position mit Kurs-Ziel 6.382 Punkten, dem Jahreshoch, welches lange Zeit Gültigkeit hatte.
Irgendwann musste ja wieder ein Verlust-Trade kommen. Die Gewinnserie hat mit dem 15 Trade geendet. Nach Mainz 05 hat es nun eben auch mich erwischt.
Gestriges Ergebnis: Verlust 18,5 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): Von den tiefen Abendnotierungen kann sich der Dax etwas absetzen.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
