Beijing kämpft um ein „soft Landing“ der chinesischen Wirtschaft
Profit Radar
vom 22. August 2006 19:00 Uhr
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Die chinesische Wirtschaft wächst also weiterhin unaufhaltsam in atemberaubendem Tempo. Und das ist gefährlich, denn so sind eine Überhitzung der Wirtschaft und damit die Gefahr eines „hard Landing“ möglich. Das gilt es aus chinesischer Sicht (aber auch aus Sicht der Weltwirtschaft und der Rohstoff-Märkte) unbedingt zu vermeiden. Das Ziel der Politiker in Beijing muss ein „soft Landing“ sein, also eine gesunde Verlangsamung der Wirtschaft ohne einen Einbruch.
Um das zu erreichen, hat man in Beijing bereits seit über einem Jahr immer wieder Maßnahmen ergriffen: Die Kreditvergabe wurde erschwert, die Immobiliensteuern erhöht – gebracht hat es, wie wir sehen, aber alles noch nichts. Das Hauptproblem sind dabei die politischen Strukturen der regionalen Regierungen, die faulen Kredite und die Investitionen. Die Investitionen steigen derzeit auf Jahresbasis um unglaubliche 30%. Hier liegt ein großes, denn es führt dazu, dass Überkapazitäten geschaffen werden.
Sowohl die faulen Kredite als auch die Investitionen lassen sich durch steigende Zinsen bekämpfen. Denn dadurch werden Kredite teuerer und so unattraktiver. Und durch die gleichzeitige Erhöhung der Zinssätze auf Einlagen (also der Zinssätze auf Ihr Sparguthaben) verhindert Beijing, dass die Chinesen ihr Erspartes von den Konten abheben und in die Wirtschaft investieren, da es attraktiver ist, dass Geld auf dem Bankkonto arbeiten zu lassen.
Deshalb müssen Sie Leitzinserhöhungen in China als POSITIVES Zeichen sehen. Ganz im Gegensatz zu den USA und vor allem Europa, wo steigende Zinsen allgemein als schlecht empfunden werden, da das Wachstum, vor allem in Europa und dem Flaggschiff Deutschland, sehr wackelig ist und durch Zinserhöhungen schnell abgewürgt werden kann.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi