Bei den Sorgen um die PIIGS-Staaten ist ein Gewöhnungseffekt eingetret
Profit Radar
vom 14. Februar 2011, 19:00 Uhr
ENL5454
Aber man sieht: Die Hausse bei den Agrarpreisen kommt überall an - nicht nur in Asien oder Nordafrika. Wirtschaftlich sollte man diese Entwicklung jedoch nicht überbewerten. Menschlich sieht die Sache ganz anders aus. Und ich persönlich bin der Meinung, dass es im Agrarsektor internationale Kontrollmaßnahmen eingeführt werden sollten.
Es kann nicht sein, dass durch die Spekulationen von Hedge Fonds und Co. Menschen Hunger leiden müssen. Und ich denke, dass die Regierungen rund um den Globus irgendwann zum gleichen Schluss kommen werden. Vermutlich aber leider erst, wenn es wesentlich mehr und schlimmere Unruhen gegeben hat, als in Ägypten.
Denn derzeit treffen die steigenden Agrarpreise vor allem die ärmsten Bevölkerungsschichten in den Schwellenländern. Für die Binnenmärkte sind diese Gesellschaftsschichten jedoch nicht relevant. Für den wichtigen Konsumsektor in den Emerging Markets sind vielmehr die Oberschicht und vor allem die rasant wachsende Mittelschicht von tragender Bedeutung.
Erst wenn das Kaufverhalten der Mittelschichten nachhaltig negativ beeinflusst wird, werden die Politiker vermutlich aktiv werden. Traurig, aber wahr. Was bedeutet das für den DAX: Nur ein deutlicher Anstieg der Preise könnte eine Korrekturwellen auslösen. Die aktuellen Preise kann der DAX offensichtlich gut wegstecken.
Was ist mit den PIIGS? Aktuell ist es erfreulich ruhig um die südeuropäischen Sorgenkinder geworden. Aber was noch viel wichtiger ist: Die Kursentwicklungen der letzten Monate zeigen, dass wir bei diesem Thema schon einen Gewöhnungs-Effekt sehen. Es müssen schon richtig schlechte Nachrichten kommen, um den Markt jetzt noch zu schocken. Diese erwarte ich für 2011 (noch) nicht.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi