Begrenzen Sie Ihre Verluste auch über die Positionsgröße
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 4. Juni 2010, 08:30 Uhr
Verluste gehören zum Trading einfach dazu! Entscheidend ist dabei natürlich immer, wie hoch der Verlust ist. Bleibt er im Rahmen, dann ist es eben lediglich das notwendige Übel im Spiel „Trading". Nehmen die Verluste aber enorme Ausmaße an, die zu einem Konto-Crash oder einem empfindlichen Schwund der hart verdienten Euros führen, ist eines klar: Hier läuft etwas schief! Unterschiedlichste Fehlerquellen können dazu führen. Neben einer fehlenden oder fehlerhaften Verlustbegrenzung liegt dies meist an zu hohen Positionsgrößen. Falsch gewählte Positionsgrößen können von einer Unkenntnis über das übergeordnete Trading-Thema „Geld- und Risikomanagement" herrühren, oder aber die Gier des Traders schaltet die eigentlich vorhandene Kenntnis darüber aus.
Man muss kein Rechenkünstler sein, um zu verstehen, dass es eine andere Dimension darstellt, wenn ein Verlust-Trade beim Dax von 25 Punkten mit 10 oder 100 CFDs zustande kommt. Liegt dabei jedoch das Maximal-Risiko beider Trades bei jeweils 1% des Kontostandes, ist trotz unterschiedlicher Positionsgrößen das Geld- und Risikomanagement gleich zu bewerten. Die Positionsgrößen richten sich also am Kontostand und am Maximal-Risiko eines Trades aus. Der Kontostand ist eine feste Größe - zumindest zum Zeitpunkt der Orderaufgabe -, beim Maximal-Risiko gibt es aber natürlich variable Stellgrößen. So hängt dies beispielsweise vom Anlegertyp und seinem Risikoprofil ab. Ein leicht nachvollziehbares Modell der Berechnung der passenden Positionsgröße ist folgender Ansatz:
1) Wohlfühlzone: Bei welcher Verlustgröße (in Euro) fangen ihre Hände noch nicht an zu schwitzen? Was können Sie an Verlust pro Handelstag verschmerzen, ohne unruhige Nächte zu verbringen? Dieser Euro-Betrag ist ihr Maximal-Risiko pro Handelstag!
2) %-Regelung: Legen Sie fest, wie hoch ihr Verlust pro Trade in Bezug auf ihren Kontostand sein darf. Dabei müssen Sie bedenken, dass auch erfahrene Trader immer wieder mit Verlust-Serien zu kämpfen haben. Daytrader agieren je nach Risikoneigung und Trade-Frequenz im Bereich zwischen 0,5% und 2,5% je Trade.