Beginn neuer Turbulenzen?
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 19. April 2010, 07:30 Uhr
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An den Weltbörsen ging es vor allem am vergangenen Freitag bisweilen heftig in den Keller. Im Gesamtwochenvergleich war allerdings das Minus beim deutschen Leitindex mit gut einem Prozent relativ moderat.
Vor allem die Finanzwerte kamen zu Wochenschluß unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass die US-Börsenaufsicht SEC Goldman Sachs wegen Betrugsvorwurfes verklagen werde. Die Goldman Sachs-Aktie brach darauf hin um fast 13 Prozent ein. In Deutschland stürzte das Papier der Deutschen Bank um sieben Prozent ab.
Ende der Hausse?
Fraglich bleibt allerdings, ob damit schon das Ende der zyklischen Hausse eingeläutet wurde. Es ist gut vorstellbar, dass die gegenwärtige Zwischenerholung noch nicht ganz beendet und ausgereizt ist. Dennoch ist es nach wie vor sehr ratsam, weiter äußerst vorsichtig zu agieren. Es erscheint nicht unwahrscheinlich, dass trotz eines möglicherweise noch vorhandenen Restpotentials nach oben die Top-Bildungsphase bereits begonnen hat. Insofern wären erneut aufkeimende Turbulenzen alles andere als überraschend.
Blick auf Griechenland
Apropos Turbulenzen, einmal mehr richtet sich der Blick auf die akute Staatsschuldenkrise Griechenlands. Am vergangenen Freitag schnellte die Verzinsung für zehnjährige griechische Staatsanleihen bisweilen auf mehr als 7,4 Prozent hoch. Dagegen rentieren zehnjährige deutsche Bundesanleihen nur mit 3,09 Prozent. Am kommenden Dienstag will das Mittelmeerland insgesamt 1,5 Milliarden Euro mit der Platzierung dreimonatiger Schatzwechsel erlösen.
Antrag auf Nothilfe?
Es bleibt also äußerst spannend, ob die Hellenen schon in den kommenden Tagen Antrag auf Nothilfe stellen werden bzw. müssen. Es kommt ja neben den Ländern der Eurozone auch noch der IWF mit ins Boot", was mit Blick auf die Auflagen äußerst interessant sein dürfte. Nicht zuletzt die jüngsten Äußerungen des IWF-Chefvolkswirts Blanchard über höhere Inflationsziele sorgten für Aufsehen. Und darüber hinaus kommen ja noch andere Eurozonen-Staaten kurz- bis mittelfristig für Nothilfeaktionen in Betracht. Abschließend sei vielleicht noch kurz darauf hingewiesen, dass am kommenden Donnerstag die europäische Statistikbehörde Eurostat die offiziell gemeldeten öffentlichen Defizite und Verschuldung der Euro-Länder veröffentlicht.
Goldpreis bei 842 Euro
Last but not least kurz zum Goldmarkt. Zwar kam am Freitag auch der Goldpreis etwas unter Druck. Dennoch bleibt festzuhalten, dass für europäische Investoren Gold nur knapp unter dem Rekordhoch bei 842 Euro notiert. Vielleicht, vielleicht gelingt es ja in den nächsten Wochen noch einmal, unter der 800-Euro-Marke zugreifen zu können...
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dr Heinemann (19.04. 2010 19:36 Uhr):
Noch immer sagt niemand, warum Griechenland so extrem verschuldet ist. Also 1. waren die Griechen so naiv und haben in großer Menge die verdammten Subprime-Papiere gekauft. 2. haben die Griechen ein toll-korupptes Staatssystem, was alle wissen. Und 3. wird es nun Zeit für Griechenland die erforderlichen nicht € 8 Mrd. sondern € 80 Mrd. aus dem deutschen Haushalt bereitzustellen. Schließlich muß Griechenland endlich die U-Boote aus deutscher Produktion bezahlen und danach wird der Euro zerbersten. Deutschland führt die DM wieder ein. Das ist das Beste.
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