Beginn der Zählung – aber wo?
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 30. Juli 2010, 13:00 Uhr
ENL5462
Im letzten Beitrag haben wir uns mit den langfristigen Gold-Charts auseinander gesetzt. Leider konnte ich mit meinem Chart-Programm nicht weiter zurück als bis 2002. Unglaublich viele Leser waren aber so freundlichen und haben meinen Hilferuf zum Anlass genommen mir längerfristigere Charts zu senden oder Tipps zu geben, wo ich diese finden kann. Hierfür einen recht herzlichen Dank.
Nützliche Tools für alle
Allerdings hatte ich für alle Leser auf andere Lösungen gehofft. Denn der Erhalt eines Charts als Bild, sprich ein statischer Chart hilft natürlich nur begrenzt weiter, um die Wellen exakt zu analysieren. Auch bei den empfohlenen Tools sollten nach Möglichkeit Sie als Leser ja die gleichen "Werkzeuge" nutzen können wie ich.
Beim CFX-Broker ist dies der Fall. Neben den Funktionen zur Chartanalyse handelt es sich dabei um eine vollständige Handelsplattform.
Bei der Gold-Analyse haben wir aber nun eine der wenigen Grenzen des Systems entdeckt. So etwas kommt vor.
Beginn der Zählung - aber wo?
Die langfristigen Charts, dich ich von Ihnen erhalten habe, haben erneut das Problem aus dem letzten Beitrag aufgezeigt. So schrieb ich am Mittwoch: Eines der größten Probleme bei der Elliott-Wellen-Theorie - man muss die Zählung natürlich "irgendwo" beginnen. Aber eben nicht irgendwo, sondern möglichst am Beginn einer Welle 1." Aber wo ist dies?
Die Situation im Gold ist wirklich schwer zu beurteilen, weil sich der langfristige Aufwärtstrend ohne große Korrekturen entwickelt hat.
Man kann eigentlich nie weit genug im Chart zurück gehen, um den eigentlichen Anfang zu finden. Letztlich wird man sich damit begnügen müssen, dass es in vielen Fällen mehrere Möglichkeiten gibt. Ich möchte Ihnen dies anhand des folgenden schon sehr langfristigen Charts darstellen, den mir ein Leser zugeschickt hat.

(Quelle: Leserchart) Gold-Chart von 1981 bis heute
Auch bei dem Tief, welches dieser Chart zeigt, gibt es mind. 2 Varianten für einen Beginn der Welle 1, die den enormen Aufwärtstrend einläutete.
So könnte das erste Tief im Jahre 1999 das Ende einer Welle 5 (blau) darstellen und der darauf folgende steile Kursanstieg die Welle 1 des neuen Aufwärtsimpulses sein.
Alternativ wäre auch das nächste Tief erst als Welle 5 (rot) in Form einer Versager-Welle denkbar. Um dies zweifelsfrei feststellen zu können müsste man noch sehr viel weiter im Chart zurück gehen an den Anfang der Korrekturbewegung.
Es gibt nicht die einzig richtige" Zählung
Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass es meistens keine eindeutige Zählung oder nicht die einzig richtige" gibt, hilft dies schon weiter. Und um Ihnen genau solche Dinge aufzuzeigen, schreibe ich diesen Newsletter. Der Newsletter liefert ja aus meiner Sicht nur Anregungen und keine Handlungsempfehlungen (die ich ja auch rein rechtlich gar nicht geben darf).
Alternative Wellenzählung eines Lesers
Ein Leser hat mir auch noch eine alternative Wellenzählung aufgezeigt, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:
Hallo Herr Weisenhaus,
vielen Dank für die vielen Informationen in Ihrer Gold-Analyse vom 28.7.2010, die ich mit großem Interesse gelesen habe.
Bei näherer Betrachtung des abgebildeten Charts stellt sich für mich die Frage, ob wir aktuell nicht immer noch in der finalen Welle 5 der Aufwärtsbewegung sind. Zum einen ist die Strecke 4 - 5 verhältnismäßig kurz, außerdem erkennt man kaum Unterwellen. Zum anderen hat das Hoch bei ca. USD 1.260 ja die Spitze der 5 überboten, was aus meiner Sicht nicht passen kann."
Hierzu noch einmal der Chart von Mittwoch, damit Sie wissen, wie der Leser das meint:

(Quelle: CFX-Broker) Gold-Chart von Mittwoch, Tageskerzen, logarithmisch
Hierzu kann ich anmerken, dass die Elliott-Wellen-Theorie durchaus überschießende (Korrektur-)Wellen kennt, die sich als unregelmäßige Korrektur entwickeln (auch als unregelmäßiges Hoch bezeichnet). Hier liegt also kein Fehler in der Zählung vor.
Weiter schrieb er:
Eine alternative Zählung von mir sieht das Ende der Welle 4 bereits bei Ihrem (w) vor mit anschl. Welle 1 (x), Welle 2 (Tief vor Ihrer 4) und einer Welle 3 am Hoch bei USD 1.260. Nach einer Korrektur (z.B. auf die Unterstützungslinie bei ca. 1.000) wäre die Welle 4 der finalen Welle abgeschlossen und wir erwarten den Start der letzten Teilwelle 5 von (5).
Würde mich freuen, wenn Sie zu dieser Ansicht auch eine Meinung äußern würden."
Eine alternative Zählung in der Welle mit der Bezeichnung (w) hatte ich zu diesem Zeitpunkt für heute bereits vorbereitet. Da der Beitrag heute aber schon recht lang ausgefallen ist, schauen wir uns den neuen Chart am Montag einmal an.
Bis dahin wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende
Sven Weisenhaus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Klaus Morian (31.07. 2010 11:00 Uhr):
Hallo Spannend ist das schon - Gold gegen Dollar - Wir leben jedoch im Euroraum. Und wie sieht die Zählweise Gold zu Rohstoffe aus? ist das analog dazu ? Ich gehe mal davon aus , dass das Elliot von Hubschraubern geldabwerfende Banker nicht einberechnet hat.
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (13.08. 2010 14:56 Uhr):
Guten Tag Herr Morian! Da Gold in Dollar gehandelt wird und die gängigen Chart-Programme den Gold-Chart in Dollar darstellen, habe ich mich bei der Analyse ebenfalls danach gerichtet. Wenn ich zudem Gold aktiv handeln möchte, zum Beispiel über den CFX-Broker oder andere Plattformen, dann handle ich ja ebenso Gold in Dollar. Insofern macht es nur Sinn, diesen Chart zu analysieren. - - - Wenn Sie hingegen die Wirksamkeit von Gold als Inflationsschutz betrachten wollen, dann macht es natürlich Sinn, sich dies in der heimischen Währung anzusehen. Hierum ging es zumindest in diesem Beitrag aber nicht. - - - Bei der Frage nach der Zählweise von Gold zu Rohstoffe stellt sich natürlich die Frage, mit welchem Rohstoff Sie Gold vergleichen wollen (zumal Gold ja selbst ein Rohstoff ist)?! - - - Bei Ihrem letzten Satz musste ich ein wenig schmunzeln. Nein, Elliott wird sicher nicht mit Helikopter-Ben gerechnet haben. Ebenso wenig mit den heutigen technischen Möglichkeiten zur Chartanalyse. Daher genieße ich ja die Elliott-Wellen-Theorie auch mit einer gewissen Vorsicht. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhau
- Antwort von Sven Weisenhaus (13.08. 2010 14:56 Uhr):
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