Beendet die EZB den Zinszyklus?
Georg Pröbstl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 05. Oktober 2006 17:00 Uhr
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Das war klar: Vor wenigen Minuten erhöhte die Europäische Zentralbank ihren Leitzins von 3,0 auf 3,25 Prozent. Banker und Volkswirte hatten diesen Schritt erwartet. An der Börse waren die steigenden Zinsen damit bereits eingepreist. Viele Experten rechnen schon für Anfang Dezember mit dem nächsten Zinsschritt. Ich halte weiter Erhöhungen aber für keine gute Idee. Der bisherige Preistreiber Öl ist so billig wie seit 18 Monaten nicht mehr. Die Inflationsrate im Euroraum kühlt sich ab. Nach aktuellen Zahlen lag sie im September nur noch bei ,8 Prozent und damit unter der EZB-Zielmarke von zwei Prozent. Im August waren es noch 2,3 Prozent.
Bleibt die volkswirtschaftliche Situation und die Rohstoffpreise wie im Moment, dann sollte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wirklich nicht mehr mit seiner Zins-Pistole rumfuchteln. Denn der Basiseffekt bei Öl wird weiter zu einer Entspannung an der Preisfront sorgen. Und die bisherigen Zinsrunden wirken sich erst im Laufe 2007 aus und werden erst dann die Konjunktur dämpfen. Ich wäre nicht überrascht, wenn wir in Deutschland wegen dieser Zinseffekte und der Mehrwertsteuererhöhung in 2007 konjunkturell unser blaues Wunder erleben würden. Warten wir einmal ab, was uns Notenbanker Trichet heute noch konkret zur Inflation zu sagen hat und wie seine Formulierungen ausfallen. Signalisiert der Banker ein Ende oder Aussetzen des Zinserhöhungszyklus, könnte die Börse kräftig Gas geben.