Beeindruckende Lebensläufe für eine langfristige indische Expansion
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 19. März 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Vergangenes Wochenende besuchte ich einen Hochzeitsempfang in Bombay.
Dort waren schöne Frauen, gekleidet in bunten traditionellen Gewändern. Männer bevorzugten westliche Geschäftsanzüge, aber einige kamen auch in Kleidung, wie man sie bei Hindu-Hochzeiten trägt... mit fließenden Tuniken, weiten weißen Hosen und bunten bestickten Schlappen.
Das waren die Männer und Frauen, die die indische Wirtschaft in eine der beachtlichsten Wachstumsgeschichten der Wirtschaftsgeschichte führen. Indien wurde von China die Schau gestohlen. Die Geschichte des Reichs der Mitte - von den kommunistischen Tellerwäschern zu den kapitalistischen Millionären innerhalb einer einzigen Generation - hat die dramatischere Wirkung. Aber Indiens Geschichte könnte uns noch länger begleiten. Denn Indien wächst ohne sich dabei zu sehr auf die Exporte verlassen zu müssen. Und man scheint dort eine Menge Menschen zu haben, die in der Lage sind, das Wachstum auf der richtigen Spur zu halten.
Ich arbeite jetzt für Blackrock", sagte eine hübsche junge Frau. Ich habe mein Grundstudium an der University of Texas gemacht. Dann habe ich eine Zeitlang in New York gearbeitet."
Meine Schwester lebt in George Town, das ist nicht weit von Ihnen entfernt..."
Ein Gast war Sikh und trug einen Turban auf dem Kopf.
Ich bin ein Metallurge. Ich glaube an Maschinen. Wenn ich Geld habe, dann kaufe ich Maschinen. Aktien traue ich nicht."
Es war ein Sikh, der Indira Gandhi ermordete. Die Sikhs - eine militärische Kaste - wurden eine Zeitlang mit großen Misstrauen beäugt. Im übrigen haben die Franzosen den Menschen verboten, einen Turban zu tragen, wenn ein offizielles Photo gemacht wurde. Der Grund dafür ist angeblich, dass man der Regierung ein akkurates Bild der Person geben will. Aber da die Sikhs ihre Turbane immer tragen, wäre ein akkurateres Bild ein solches, das zeigt, wie der Mann mit dem Turban aussieht..."
Ich habe die Universität in Nevada besucht"; sagte einer der Gäste. Ich war am MIT", sagte ein anderes. Ich bin zur University of Pennsylvania gegangen...", sagte ein weiterer.
Ich habe ein Patent für... ich bin Biochemiker... ich bin im Vorstand von... ich habe ein Unternehmen..."
Die Lebensläufe waren alle beeindruckend. Das waren Leute, die Geld, eine Ausbildung, Ehrgeiz und Benehmen haben...
In Indien gibt es keine Social Security" erklärte ein Kollege und auch keine Wohlfahrt. Wir sind dafür zu arm. Die Leute wissen, dass sie arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen. Und die Wirtschaft ist immer noch eine unternehmerische Wirtschaft. Die Leute, die Geld haben, haben normalerweise ihr eigenes Unternehmen. Das Geld ist immer noch in den Händen der Unternehmer und nicht in den Händen der professionellen Manager. Es ist eher mit der Ökonomie der Vereinigten Staaten während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu vergleichen, und nicht mit der der heutigen Zeit."
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von GHH (19.03. 2010 11:10 Uhr):
Beindruckende Lebensläufe von indischen Unternehmern; das Geld noch in ihren Händen, nicht in denen von angestellten Managern... Ja, das klingt alles wunderbar, keine Frage; aber es muß die Frage erlaubt sein, was es dem Subkontinent denn nutzen wird, wenn die in ihrem Lebenszyklus "weiter fortgeschrittenen Ökonomien" (d.h. tatsächlich diejenigen, die sich im Niedergang befinden: US, GB, F, I u.a.) sowie das Scheinwunder China, das alles in einem Augenblick gekonnt und geschafft zu haben scheint, schlicht und einfach zusammenbrechen? Was nutzt es einem gut aufgestellten Land, daß es für sich genommen relativ gesund ist, wenn es die globale Ökonomie infolge der multiplen Verflechtungen weder verlassen noch auf sie verzichten kann? Das ist je gerade die Krux, daß die Globalisierung wegen der nach ihrem Lebenszyklus total disparaten Entwicklungspositionen der Teilnehmer nicht funktioniert. Das ist die Krux, daß deswegen a l l e s zusammenbricht, weil es keine gemeinsamen Regeln gibt, sondern jeder auf Kosten der anderen profitieren will. Da wird sich die Hochzeitsgesellschaft in Bombay gerade noch einmal haben sonnen (und sicher auch ein wenig spreizen) können in ihrer "Exzellenz". Das sei ihnen gegönnt. Doch sie erkennen nicht, das Spiel ist eigentlich schon vorüber. Seltsam, da halfen all die Studiengänge in den USA nicht, um diese an sich offenkundige Dynamik zu erkennen?
Antworten - Kommentar von Peter Harting (19.03. 2010 22:02 Uhr):
Auch hier ein erfreuliches Bild, doch auch hier sollten die Superreichen die Schulen dem Staat abkaufen und so betreiben, dass die Kinder das lernen dürfen, was sie zum Leben in der Welt brauchen.
Antworten - Kommentar von Marco Meury (20.03. 2010 02:42 Uhr):
Es war ein Sikh, der Indira Gandhi ermordete. Also, wenn ich Sie richtig verstehe, hat dieser Mann Indira Gandhi ermordet????? Eine kuehne Behauptung..
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