Beachten Sie die alten Börsenregeln!
Von Georg Pröbstl in Investoren Wissen
vom 04. April 2006 16:00 Uhr
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Und Kostolany hat doch Recht! Der Altmeister der Börse riet den Lesern seiner Kolumne und den Anlegern auf seinen Seminaren immer wieder: "Aktien – kaufen und liegen lassen!" Dann kam der Techboom zur Jahrtausendwende. Gerade die Börsenfrischlinge belächelten den Finanzguru damals nach dem Motto: "Kostolany und die alten Börsenweisheiten sind passé. Seit dem Internet- und Techzeitalter gelten neue Regeln an den Kapitalmärkten".
Kaufen und liegen lassen gilt immer noch!
Von wegen! In den letzten 3 Jahren konnten Sie als Anleger mit deutschen Aktien nicht allzu viel falsch machen. Seit Anfang 2003 verdoppelte sich der DAX auf jetzt 6000 Punkte. Der Kurs der MDAX-Aktien verdreifachte sich auf inzwischen knapp 9000 Zähler. Gewinne auf breiter Front. "Kaufen und liegen lassen" war also goldrichtig. Sie konnten damit quasi im Schlaf Geld verdienen.
Grund für den steilen Kursanstieg war die Explosion der Unternehmensgewinne. Vor allem Sparmaßnahmen und der massive Abbau von Arbeitsplätzen brachte den Konzernen mehr Profit. Commerzbank brachte es im vergangenen Jahr auf ein Gewinnplus von 222 % auf rund 1,2 Milliarden €. Bayer schaffte 134 % mehr Überschuss auf 1,6 Milliarden €. Und auch die Allianz konnte den Gewinn auf 4,4 Milliarden € nahezu verdoppeln. Ingesamt stieg bei den 30 DAX-Mitgliedern der Gewinn im vergangenen Jahr um 30 % auf über 51 Milliarden €. Der Index selbst hielt mit plus 27 % in 2005 Gleichschritt.
Achten Sie auf die Fundamentaldaten!
Die Zeiten der explosionsartigen Gewinnüberraschungen am breiten Markt dürften jetzt allerdings der Vergangenheit angehören. Der Speck in den Konzernen und damit die Sparmöglichkeiten sind weitgehend abgebaut. Was jetzt zählt, ist das operative Geschäft. Und da gibt es im breiten Markt eben keine 30 % Wachstum.
Viele Börsianer rechnen deshalb für die nächsten Monate mit einem Seitwärtsmarkt. Manche warnen gar vor Kursrückgängen.
Wir kommen da schon wieder zu einer alten Börsenregeln. "Billig kaufen, teuer verkaufen!" Das riet der Börsenpublizist Charles Dow seinen Lesern schon vor mehr als 100 Jahren.
Und billig sind dann eben meist Aktien, die gerade vernachlässigt, also nicht "in" sind. Die Börsianer an der Wall Street haben dafür einen guten Tipp auf Lager: "Kaufe Strohhüte im Januar und Pelzmäntel im Juli!"
Billige Aktien erkennen Sie an verschiedenen Bewertungskennziffern. Beispielsweise vergleichsweise niedrigem Kurs-Gewinn Verhältnis KGV und Kurs-Buchwert Verhältnis KBV oder einer hohen Dividendenrendite.
Tipp:
1) TUI im DAX, HCI im SDAX oder die Sixt Vorzüge sind vergleichsweise günstig und bieten hohe Dividenden.
2) Günstige Small Caps sind zum Beispiel die Beteiligungsgesellschaften U.C.A oder der Computerhersteller Hyrican.
3) Falls der DAX in den nächsten Monaten auf der Stelle tritt, können Sie mit Bonus Zertifikaten auch im Seitwärtsmarkt verdienen. Zertifikate auf den DAX finden Sie beispielsweise bei www.onvista.de.