Baumwolle: neues Rekordhoch
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 25. Oktober 2010, 20:00 Uhr
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Die Preise für Baumwolle jagen derzeit ein Allzeichthoch nach dem anderen. Die steigende Nachfrage aus China, der schwache US-Dollar und eine knappe Angebotssituation bilden hierfür die fundamentale Basis. Wenn dann noch schlechte Aussichten hinzukommen und die Spekulanten in Kauffreude sind, steht den Rekordpreisen nichts mehr im Weg - oder?!
Baumwolle erreicht neues Rekordhoch
Bereits am 15. Oktober hatte der Preis für ein Pfund Baumwolle an der ICE USD bei knapp 1,20 US-Dollar ein Rekordhoch erreicht. Doch das reichte den Marktteilnehmern offenbar noch nicht. Heute handelt der Preis erneut Limit-Up und erreichte so sein neues Allzeithoch bei 1,2471 US-Dollar pro Pfund.
Baumwolle zur Lieferung im Dezember an ICE US in US-Cent pro Pfund seit September
Quelle: CFX-Trader
Hübsch nicht wahr?! Allein seit Anfang Oktober hat der Preis um fast 22% zugelegt. Auch in China an der Börse Zhengzhou erreichte der Baumwollpreis heute im Übrigen bei 26.270 CNY ein neues Rekordhoch.
Das Wetter in China und den USA
Ausschlaggebend für die jüngste Preisbegeisterung ist wieder einmal das Wetter. Hagel in Texas und eine Kaltfront, die sich auf die Anbaugebiete in China zuschiebt bedrohen die Ernten und unterstützen die Sorge in Bezug auf ein rückläufiges Angebot.
Dies wiederum führt uns zur fundamentalen Ausgangslage. Und diese ist, wie Sie sich sicher denken können, nicht die beste, von der Angebotssituation her betrachtet.
Das knappe Angebot
Sehen wir uns hier die US-Baumwollmarkt-Statistik an:
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Sie sehen hier schon an der Statistik, für 2010/11 wird trotz steigender Produktion, aber vor allem aufgrund der steigenden Nachfrage ein deutlicher Rückgang der Endbestände vom US-Landwirtschaftsministerium prognostiziert. Endbestände in Höhe von 2,7 Millionen Ballen führen zu einer extrem niedrigen stocks to use ratio von 14% - das entspricht dem niedrigsten Level seit 15 Jahren.
Auch weltweit geht das USDA von deutlich rückläufigen Endbeständen aus und prognostiziert einen Rückgang von 47 auf 45 Millionen Ballen, was einer stocks to use ratio von 37% entspricht.
Starke Nachfrage aus China
Die boomenden Chinesen mit ihrer Textilwirtschaft haben die Krise von 2008 längst hinter sich gelassen. Damals war die Nachfrage (und mit ihr die Preise) erst einmal eingebrochen, doch in diesem Jahr zieht die Nachfrage schon wieder stark an. Allein in den ersten 9 Monaten dieses Jahres hat China mit 2,16 Millionen Tonnen fast 100% mehr Baumwolle importiert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Somit steht also auch die fundamentale Ausgangslage für steigende Preise. Die Frage ist, wie lange noch?!
