Basteln Sie sich doch einmal Ihren eigenen „Discounter“ zusammen! - Teil 2
Georg Pröbstl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 30. März 2007 17:00 Uhr
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Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Da Sie Commerzbank bis Dezember 2007 maximal 36 Euro zutrauen, werden Sie idealerweise einen Call mit Basis 36 und Laufzeit Dezember 2007 verkaufen. Für Sie als Verkäufer des Call bedeutet das: Steigt Commerzbank bis Dezember 2007 auf 36 Euro oder darüber, dann müssen Sie Ihre Aktien hergeben. Sie bekommen dann aber auch nur 36 Euro, selbst wenn Commerzbank auf 40 oder 50 Euro steigt. Das ist in dem Fall aber egal. Denn Sie trauen der Aktie ja wie gesagt beispielsweise nur 36 Euro zu und würden auf diesem Niveau dann sowieso verkaufen. Für die Verpflichtung aus der Call-Option erhalten Sie vom Käufer eine Optionsprämie. Je Commerzbank-Aktie waren das heute zuletzt 2,20 Euro.
Rechnen wir einmal: Commerzbank kostet aktuell 33,22 Euro. Sie bekommen beim Verkauf einer Call Option Basis 36 Euro und Laufzeit Dezember 2007 je Aktie 2,20 Euro innerhalb von ein oder zwei Tagen auf Ihr Konto überwiesen. Ihr Einsatz sinkt dadurch von 33,22 auf 31,02 Euro je Aktie. Steigt Commerzbank nun auf 36 Euro, liegt Ihr Gewinn bei 16,1 Prozent. Ohne Verkauf des Call sind es nur 8,4 Prozent.
Durch den Verkauf des Call sinkt Ihr Risiko obendrein sogar noch um 6,6 Prozent. Das ganze kennen Sie vielleicht von Discount-Zertifikaten. Wenn Sie aber nicht auf diese vorgegebenen Produkte zurückgreifen, sondern sich Ihren eigenen „Discounter“ zusammenbasteln, dann können Sie Ihre individuellen Wünsche viel besser umsetzen. Sie sollten noch wissen: Bei Commerzbank liegt die Kontraktgröße je Option bei 100 Aktien. Um einen gedeckten Call wie im Beispiel zu verkaufen, brauchen Sie also 100 Commerzbank-Aktien im Depot. Bei 2 Calls sind es entsprechend 200 Aktien usw.
Damit Ihr Risiko aber wirklich sinkt, dürfen Sie nur Calls von Aktien verkaufen, die Sie auch im Depot haben. Außerdem sollten Sie sich vorher bei Ihrer Bank vergewissern, dass die Gebühren für Optionsgeschäfte nicht zu hoch sind.
Und wenn Sie keine Commerzbank haben? An der Eurex werden inzwischen immerhin Optionen von rund 200 Firmen gehandelt. Bevor Sie allerdings gleich begeistert einsteigen, sollten Sie einmal mit Paper-Trading auf dem Papier anfangen bis Ihnen das Prinzip in Fleisch und Blut übergeht. Dann können Sie auch auf Ihr gesamtes Depot quasi einen Call verkaufen. Wie das geht und was es bringt, zeige ich Ihnen in einer der nächsten Ausgaben des Nebenwerte Daily. Nur so viel: Bei Ihnen ist die Performance dann oft auch noch im Grünen Bereich, wenn der Markt nur vor sich hindümpelt.
Ihr
Georg Pröbstl