Basiswissen
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 31. Oktober 2007 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
Sie alle kennen Indizes! Ob DAX, Dow Jones, SMI, S&P oder Hang Seng, Aktienindizes sind praktisch jedem Bürger, der sich nicht gänzlich den Medien entzieht ein Begriff. Nachrichtenmeldungen werden meist unter dem Oberbegriff Börse oder Wirtschaft mit der aktuellen Entwicklung eines Index abgeschlossen.
Als Rohstoffanleger oder – interessierter wird man sein Augenmerk allerdings auch auf Rohstoffindizes richten. Von diesen gibt es ebenfalls mehr als einen Index. Sie bilden je nach Gewichtung verschiedene Rohstofffutures ab. Überdies gibt es natürlich auch Rohstoffindizes die die Entwicklung der Aktien verschiedener Rohstoffproduzenten abbilden.
Doch heute möchte ich mich zunächst den Rohstofffuture-Indizes widmen.
Basiswissen zum Verständnis eines Rohstoff-Index
Wenn Sie in der Zeitung oder im Fernsehen die Rohstoffpreise verfolgen, dann stellen Sie schnell fest, dass hier immer wieder die „Spot-Preise“ dargestellt werden. Dies bedeutet, dass immer der aktuelle Preis für den Rohstoff betrachtet wird. Als Indikation für den Preisverlauf der Rohstoffe ist das sicher auch ausreichend. Aber leider muss sich der interessierte Anleger noch etwas eingehender mit der Materie beschäftigen.
Da sich die bekannten Rohstoffindizes auf die an den Rohstoffbörsen handelbaren Terminkontrakte beziehen, heißt das sich zunächst noch einmal mit den Begriffen Rollover, Contango und Backwardation vertraut zu machen. Ich habe zwar schon öfter davon berichtet, doch an dieser Stelle noch einmal eine kleine Zusammenfassung:
Rollover
Da Sie als Anleger wohl eher nicht an der physischen Lieferung dieser Rohstoffe interessiert sind, müssen Sie, beziehungsweise der Anbieter von Zertifikaten (dazu später mehr) die auslaufenden Futures im aktuellen Liefermonat, kurz vor Ende des Handels in den nächsten Liefermonat rollen.
Contango und Backwardation
Dieser so genannte „rollover“ kann die Rendite für einen Anleger erhöhen, sofern der Preis für den Rohstoff für den in der Zukunft liegenden Liefertermin günstiger ist als der Preis für den aktuellen Liefermonat. Diese Situation wird als „Backwardation“ bezeichnet. Bei gehebelten Future -Zertifikaten erhöht sich in einer solchen Situation die Partizipationsrate.
Umgekehrt kann der „rollover“ aber auch negativ auf die Rendite durchschlagen, wenn der Preis für den nächsten Liefertermin höher liegt als der aktuelle Preis. Das nennt man dann „Contango“ und dieser führt bei den Future-Zertifikaten zu einem Rückgang der Partizipationsrate.
Generell können Sie als Anleger daher nur Indizes investieren, die diesen „rollover“ berücksichtigen.
Ausser den „rollover“ Kosten/Erträgen müssen Sie als Rohstoffanleger jedoch einen weiteren wesentlichen Unterschied berücksichtigen, nämlich die Zinserträge.
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