Basiswert Fleisch
Michael Vaupel, Traders Daily vom 16.07.2009 12:00
ENL5292
*** Kleine Erfolge.
Nur um Ihnen mal zu zeigen, was es für interessante Basiswerte gibt.
Antizyklisch denken ist bei der Suche nach interessanten Trades nicht verkehrt.
Und als das Thema „Schweinegrippe" in den Medien ausgebreitet wurde...
...da schaute ich mir mal den Schweinefleischpreis an.
Im Keller.
Möglicher Nachfrageeinbruch wegen der Schweinegrippe befürchtet.
Vaupel, alte Hupe, das ist eine Chance, dachte ich da so bei mir.
Denn auf der Nordhalbkugel geht die Grillsaison los, die Nachfrage nach Grillkoteletts wird steigen. Da stört keine Schweinegrippe. Und wenn der Preis im Keller ist, umso besser.
(Wie gehabt wird hier im Trader´s Daily eine klare Sprache geschrieben bzw. gesprochen. Ansonsten könnte ich einen auf wichtig machen und in Analysten-Deutsch auf die `12-Jahres-Saisonalität bei lean hog´ verweisen. Die spricht für einen Preisanstieg im Juni. Letztlich auch aus dem gleichen hier genannten Grund: Dem Beginn der Grillsaison auf der Nordhalbkugel, insbesondere Europa und die USA.)
Also: Mitte Juni den Lesern meiner Rohstoff Signale einen Schein auf Schweinefleisch empfohlen.
Und inzwischen schon Gewinn realisiert (wenn auch etwas zu früh). So schnell und schön kann es gehen und soll es auch sein.
Fazit: Antizyklisch denken, interessante Basiswerte suchen. Den gesunden Menschenverstand gebrauchen - die Umsetzung geht dann mit einem Zertifikat. Inzwischen gibt es auf „fast alles" Zertifikate, also auch auf den Schweinefleischpreis.
Hier noch der Chart des Schweinefleischpreises:
*** Als Rohstoff-Trader achte ich auf fundamentale Nachrichten zu Scheine- und Rindfleisch (beides schöne Basiswerte, auf die es zahlreiche Zertifikate gibt).
Diese Woche fiel mir eine Meldung des deutschen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf: „Libyen öffnet seinen Markt für deutsche Rinder und Rindererzeugnisse."
"Libyen setzt damit auf die hohe Qualität der deutschen Rinderzüchter", so der Staatsminister dieses Ministeriums sichtlich erfreut.
Und klingt ja auch famos, oder? Schöner Erfolg für deutsche Rinderzüchter, neuer Absatzmarkt etc.
Doch was bedeutet das in der Realität?
Die Libyer bestehen darauf, dass die Rinder in Libyen geschächtet werden (ohne Betäubung Kehle durchscheiden). Dazu müssen die Rinder LEBEND nach Libyen gebracht werden.
Das bedeutet: Erstmal Tausende Kilometer Transport der lebenden Tiere zu Mittelmeerhäfen Südeuropas. Dort Warten auf Transportschiffe - und das schön im Juli, pralle Sonne etc. Nach Verschiffung gelten dann naturgemäß auch die europäischen Tierschutzgesetze für diese Rinder nicht mehr. Wer glaubt schon, dass die Tiere im Hochsommer ausreichend Wasser bekommen...
Warum diese Lebendvieh-Transporte? Warum wird nicht Kühlfleisch transportiert?
Ein Grund neben der Forderung der Libyer nach Schächten lebender Tiere besteht in einer unsinnigen EU-Subvention:
Derzufolge wird der Export von Schlachtrindern aus der EU nicht subventioniert - der Export von „Zuchtrindern" hingegen schon.
Mit unseren Steuergeldern werden gute 25 Euro je 100 Kilo exportierten Zuchtrindern subventioniert.
Und ich denke, ich ahne schon, was für Rinder nach Libyen exportiert werden:
„Zuchtrinder". So gibt es Subventionen, und was die Libyer dann wirklich mit den Rindern machen, wer will das schon wissen?
*** Fazit: Europäische Steuerzahler zahlen dafür, dass deutsche Rinder Tausende Kilometer LEBEND durch Europa verfrachtet werden, um dann in Libyen geschächtet zu werden.
(Was man nicht alles mitbekommt, wenn man eigentlich nur nach einem aussichtsreichen Trade sucht.)
Ich sage Ihnen etwas: So etwas regt mich wirklich auf.
So eine unsinnige Subvention, und dann diese miese Missachtung unserer Mitgeschöpfe.
Und wie in der Trader´s Daily-Gemeinde üblich: Lösungsorientiert möchte ich dagegen etwas unternehmen. Wer das ebenfalls möchte, meldet sich bei mir: info@investor-verlag.de
(Am besten im Betreff meinen Namen oder „Trader´s Daily" erwähnen, damit Ihre Email ankommt.)
Ich grüße Sie mit den besten Wünschen für Gesundheit, Arbeit und Wohlergehen
Ihr
Michael Vaupel
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