BASF: Insider-Aktivitäten
Cindy Bach (Gastbeitrag) in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom 7. Januar 2009, 18:00 Uhr
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
eigentlich will das alles so gar nicht zusammen passen: Einerseits wurden bei kaum einem anderen DAX-Konzern in den vergangenen Wochen und Monaten derart massiv eigene Aktien gekauft wie bei Chemiekonzern BASF. Allein im November und Dezember deckten sich Vorstände und Aufsichtsräte mit mehr als 50.000 eigenen Aktien ein.
Erst kurz vor Weihnachten meldete die Bundesaufsicht für Finanzen, dass Aufsichtsratsmitglied Tessen von Heydebreck über Xetra-Handel 20.000 BASF-Aktien im Gegenwert von etwas mehr als einer halben Mio. Euro in sein privates Depot gekauft hat. Andererseits aber häufen sich die negativen Schlagzeilen, die aus Ludwigshafen zu vernehmen sind.
Abgesehen von der mehr als dramatischen Gewinnwarnung im Dezember, die man an der Börse mittlerweile als verdaut betrachtet, streut die Führungsetage des Konzerns immer wieder kleine Hiobsbotschaften, die nicht so recht Ruhe und Zuversicht aufkommen lassen wollen - so auch gestern: In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" malte der Konzernchef Jürgen Hambrecht ein überaus düsteres Bild für die deutsche Wirtschaft in 2009.
Die Wucht des Abschwungs ist durchschlagend
Wir sind in einer tiefen Rezession. In einer Rezession, wie sie wenige vorher je erlebt haben, wie wir sie uns in ihrem Ausmaß bisher kaum vorstellen konnten", sagte der BASF-Chef. "Die Wucht des Abschwungs ist durchschlagend." Doch Hambrecht sieht den BASF-Konzern und auch viele andere deutsche Unternehmen für diese schwierige Zeit gut gerüstet. Schon im November hatte BASF 80 Produktionsanlagen herunter gefahren und damit auf ausbleibende Aufträge reagiert.
"Dafür wurde mir von einigen vorgeworfen, ich würde zu schwarz malen. Dabei haben wir nur die Realität abgebildet. Zugleich sage ich auch, wir schaffen das. Weil wir innovativ sind. Weil wir in Deutschland eine der besten Industriestrukturen der Welt haben. Und weil viele deutsche Unternehmen gut gerüstet in die Krise gehen." Doch auch Hambrecht schließt Kurzarbeit für seine Mitarbeiter künftig nicht aus. Er sei stolz darauf, wie in der BASF die Mitarbeiter bisher mit der Lage umgehen. Sie wechseln zum Beispiel in großer Solidarität von einem Produktionsbetrieb in den anderen, wenn das notwendig ist.
Dort investieren, wo das meiste heraus kommt
Wenn Zeitguthaben, Urlaub und andere betriebliche Maßnahmen ausgeschöpft seien, könne aber auch er Kurzarbeit nicht ausschließen. Also alles düster? Warum aber kaufen dann die Konzerninsider, allen voran die Familie Hambrecht so fleißig eigene Aktien? Auch darauf hat Jürgen Hambrecht eine mehr als klare Antwort: "Ich investiere dort, wo ich glaube, dass am meisten rauskommt: Und das ist für mich nun mal die BASF. Daran sehen Sie: Ich habe keine Angst. Wir werden unsere Zukunft aktiv gestalten, auch wenn wir derzeit härtere Zeiten erleben."
Trotzdem hat sich der Aktienkurs in den vergangenen Monaten halbiert. Wie erklärt sich Herr Hambrecht das? "Die Börse bestimmt nun mal, was der Konzern wert ist. Ob uns das gefällt oder nicht. Deshalb müssen wir alles tun, den Markt davon zu überzeugen, dass die BASF ein gutes Investment ist und bleibt." Das hat der Konzernchef höchst selbst mit diesem Interview durchaus nicht ungeschickt zu meistern versucht.
Ich wünsche Ihnen einen guten Börsentag.
Ihre Cindy Bach
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