Daniela Knauer legt großen Wert auf eine Streuung der Depotwerte und die strikte Einhaltung von Stopp-Kursen. Darauf weist sie ihre Leser regelmäßig hin.
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Gold
vom
nachdem wir uns in den jüngsten Ausgaben Ihres Nebenwerte Daily vor allem mit dem Länderrisiko von Investments in Rohstoffaktien in verschiedenen Staaten beschäftigt haben, wollen wir uns heute wieder einmal der aktuellen Berichtssaison widmen. Es soll um die großen Goldproduzenten gehen, die gerade Ihre Bilanzen vorstellen. Auch hier kommt das Länderrisiko immer wieder zur Sprache, gerade bei den ganz großen Projekten mit Investitionskosten von oft mehreren Milliarden US-Dollar ist es ein wichtiger Faktor. Wenn bei solchen gigantischen Entwicklungen etwas schief geht, dann kann das schnell an die Substanz selbst der größten Produzenten gehen, wie wir ja gerade bei Repsol gesehen haben.
Die Berichte begeistern mich nicht
Insgesamt fielen die Unternehmenszahlen nicht schlecht aus - die Gewinne stiegen, wenn auch nicht besonders stark. Die Umsätze erhöhten sich dank der hohen Goldpreise noch stärker. Die Dividenden werden angehoben, womit einer schon länger bestehenden Forderung von Investoren nach höheren Ausschüttungen nachgekommen wird. Doch wenn ich in die Details gehe, begeistert mich das Ganze nicht wirklich.
Barrick Gold hat ein günstiges KBV und zahlt eine ordentliche Dividende
Sehen wir uns als Beispiel das Zahlenwerk von Barrick Gold an, einem der nach Marktkapitalisierung größten Goldproduzenten weltweit: Der Umsatz stieg auf 3,64 Mrd. USD nach 3,09 Mrd. USD im entsprechenden Vorjahresquartal. Damit wurde ein Nettogewinn von 1,03 Mrd. USD bzw. 1,03 USD je Aktie erzielt nach 1,00 Mrd. USD oder 1,00 USD je Aktie zuvor. Der Gewinn traf damit die Konsensschätzungen der Analysten knapp, der Umsatz lag unter den erwarteten 3,76 Mrd. USD. Die Gesamtjahresproduktion soll 7,3 bis 7,8 Mio. Uz. Gold erreichen, die Kupferproduktion bei 550 bis 600 Mio. Pfund liegen. Die Dividende je Quartal wird von 0,15 auf 0,20 USD angehoben, was aktuell einer Dividendenrendite von gut zwei Prozent entspricht. Beim aktuellen Kurs weist Barrick damit ein KGV von 8,4 auf, was weit unter dem dreijährigen Durchschnitt von 16 liegt.
Die Aktie hat Probleme mit dem Ausbau der Produktion
Ist die Aktie also ein sofortiger Kauf für Value-Investoren angesichts der kräftigen Korrektur seit vergangenem Sommer? Ich bin da nicht so ganz überzeugt. Was mir nicht gefällt, ist die unterproportionale Steigerung der Gewinne gegenüber dem Umsatz. Das Unternehmen kämpft ebenso wie die meisten anderen großen Goldproduzenten mit steigenden Kosten bei immensen Schwierigkeiten, neue Megaprojekte in Gang zu bringen, um die bisherige Produktion auch nur aufrecht zu erhalten. Die Dividende ist in meinen Augen ebenfalls kein wirklicher Knaller, denn da gibt es genügend Nebenwerte oder auch Bluechips aus anderen Sektoren, die deutlich mehr zu bieten haben.
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