Bankgeheimnis und Öl - Was die Schweiz von Dubai lernen muss!
Markus Miller in Kapital & Steuern Global zum Thema Kapitalschutz
vom 3. Juni 2008, 16:00 Uhr
Wenn der Wüste das Öl ausgeht - Kein Problem für die Araber!
Vor kurzem war ich wieder einmal in den Vereinigten Arabischen Emiraten und auch der kürzlich gesendete FocusTV Bericht zum „Bauboom" in Dubai hat mir nun einmal wieder klar gemacht, wie gezielt die Scheichs sich doch vorbereiten auf das Ende Ihrer derzeitigen Haupteinnahmequelle. Das Erdöl.
Wie lange reichen die Erdölvorräte eigentlich noch?
Weltweit verbrauchen die Menschen zirka 84 Mio. Barrel Erdöl am Tag (1 Barrel entspricht 159 Liter). Bliebe es bei diesem täglichen Bedarf, würden die heute nachgewiesenen Weltölreserven in Höhe von 1.200 Mrd. Barrel noch rund 40 Jahre reichen, haben Forscher der Technischen Universität Berlin ausgerechnet. Allerdings hat der Verbrauch allein in den vergangenen zehn Jahren jährlich um rund 3 Prozent zugenommen. Ein knappes Viertel der Nutzung entfällt derzeit auf die USA, 10 Prozent auf China. Deutschland liegt auf Platz sechs der Erdölverbraucher. 1972 kam die Welt noch mit rund 50 Mio. Barrel Öl am Tag aus.
ÖL wird länger halten als das Schweizer Bankgeheimnis
Die Emirate am Golf haben schon lange erkannt, dass Ihre derzeitige Haupteinnahmequelle eine endliche Ressource darstellt. Sie bereiten sich mit innovativen Maßnahmen schon lange auf die Zeit nach dem Öl vor. Der Tourismusbereich und die Ansiedelungen - vor allem von Internationalen Unternehmen - belegen, dass dieser Wandel heute schon mit großem Erfolg vorangeht. Auch wenn ich glaube dass es durchaus zu einer Blase und Übertreibungsphase kommen kann. Jeder 6. Kran auf der Welt steht derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Für mich ist immer ein Kontraindikator der Turmbau. Nicht der Turmbau zu Babel, sondern das Rennen um das aktuell höchste Gebäude der Welt.
Kontraindikator - Fertigstellung des höchsten Gebäudes der Welt
Der Burj-Tower in Dubai befindet sich noch immer im Bau. Seit Juli 2007 ist dieser Wolkenkratzer aber bereits das höchste Gebäude der Welt. Das fertige Hochhaus, in dem sich ein Hotel, Geschäfte, Büros und Appartements auf rund 160 Stockwerke verteilen, soll über eine Geschossfläche von insgesamt vier Millionen Quadratmetern verfügen.
Viele Länder die einmal den Titel tragen durften „das höchste Gebäude der Welt zu besitzen" sind jedoch nach diesen Übertreibungsphasen hart gelandet. Trotz allem Optimismus den ich für Dubai und dessen Entwicklung hege, glaube ich auch, dass es dort für einige Spekulanten mittelfristig ein durchaus böses erwachen geben wird.
Dubai, Abu Dhabi oder Bahrein sind Bankplätze für die Zukunft
Unabhängig vom Immobilienboom glaube ich, dass Dubai langfristig ein attraktiver Bankplatz wird. Die hohen Ölpreise und die damit verbundenen Erträge lassen gerade die Schaffung eines attraktiven Investitionsklimas leichter erreichen. Auch gerade wir im Westen können uns im Bereich der Bereitstellung attraktiver Rahmenbedingungen für Investitionen durchaus etwas abschauen.