Bank of America glänzt mit guten Zahlen
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 16. Januar 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Was ein strikter Sparkurs nicht alles bewirken kann. Die Bank of America konnte ihren Gewinn im vierten Quartal von 2,1 Mrd $ oder 1,28 $ je Aktie, auf nun 2,6 Mrd $ oder 1,69 $ je Aktie steigern. Analysten hatten im Schnitt mit nur 1,66 $ je Aktie gerechnet. Auch im Gesamtjahr 2002 konnte die Bank of America ihren Gewinn steigern. Sie verdiente in diesem Zeitraum 9,2 Mrd $. Immerhin 3,3 Mrd $ mehr als 2001 mit 5,9 Mrd $, das ist ein Zuwachs um mehr als 50 %.
Um zu verstehen, wie sehr sich die Sparmaßnahmen auf den Gewinn ausgewirkt haben, muss man sich nur die Einnahmen anschauen. Die blieben nämlich in diesen beiden Jahren nahezu konstant bei 35,1 Mrd $. Der Gewinnzuwachs resultiert demnach rein aus den Sparmaßnahmen. Kein Wunder, wenn man sich anschaut, dass allein 10.000 Arbeitsplätze in diesem Zeitraum abgebaut wurden. Zudem wurde eine strikte und disziplinierte Ausgabenkontrolle betrieben.
Kann der Bankensektor aufatmen? Nein, wie gesagt, es fehlt noch der richtige Bankencrash, um das Ende dieser Baisse anzuzeigen. Wie sagt man so schön: Mindestens eine der weltgrößten Banken sollte doch in eine deutliche Schieflage kommen. Dabei braucht man sich nur anschauen, dass für geplatzte Kredite im Jahr 2002 insgesamt 3,7 Mrd $ abgeschrieben werden. Sollte nun der auf das dritte Quartal 2003 verschobene Aufschwung nicht kommen, dürfte uns im Bankensektor noch einiges bevorstehen.