Bambus: Rohstoff der Zukunft
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 9. Juli 2010, 17:00 Uhr
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da mich heute die Folgen einer Zahnoperation außer Gefecht setzen, kann ich Ihnen keinen aktuellen Bericht zur Börse liefern. Lesen sie daher Auszüge aus meinem prämierten Artikel über Bambus, einen wichtigen Agrarrohstoff der Zukunft.
Agrarrohstoffe sind eine wichtige Anlage bei zukünftig steigender Weltbevölkerung und wieder anziehender Inflation. eine der ertragreichsten Pflanzen überhaupt ist der schnell wachsende asiatische Bambus. 9 Milliarden Menschen werden weltweit insgesamt im Jahr 2050 ernährt und mit Energie sowie sauberem Wasser versorgt werden müssen. 963 Millionen Menschen hungern laut Angaben der Vereinten Nationen derzeit oder sind unterernährt. Diese Zahl stieg um 40 Millionen bereits im Jahr 2008 durch die Auswirkungen der Finanzkrise.
Der Hunger auf der Welt geht uns alle an
"Die Geschichte wird uns danach beurteilen, wie wir auf das Problem des Hungers reagiert haben", gab UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon zu bedenken. Die Erzeugung ökologisch und ökonomisch ineffizienter Biokraftstoffe trägt dazu bei, dass der Hunger im vergangenen Jahr wieder zugenommen hat. Ebenso sorgte die Finanzkrise dafür, dass sich viele Bauern nicht mehr genügend effizientes Saatgut oder Dünger für ihre Felder leisten konnten. Geräte für die Bewässerung oder Bewirtschaftung der Äcker oder Wälder sind für viele Menschen ein Traum, den sie sich in absehbarer Zeit nicht leisten können. Gleichzeitig gehen die Ausgaben inzwischen in die Billionen, mit denen die Staaten marode Banken oder andere Firmen in Schieflage retten (müssen). Für den Kampf gegen den Hunger haben 10 Länder Hilfen von (nur) 4,2 Milliarden Euro zugesichert. Ziel ist, damit bis 2015 die Zahl der Hungernden zu halbieren.
Landwirtschaftliche Effektivitätssteigerungen sind in China oberstes Staatsziel
Neben den bekannten Problemen in Afrika ist aber auch in einigen asiatischen Ländern die Versorgung mit Energie, Wasser und Nahrung eine zentrale Frage der nationalen Sicherheit. Die chinesische Führung ist sich dessen sehr wohl bewusst und hat die Versorgung der Bevölkerung an die oberste Stelle der Staatsziele gesetzt. Verständlich. Sollte es in China auch noch Hungerunruhen geben, wäre diese Regierung die längste Zeit an der Spitze des Milliardenvolks gewesen. Daher gibt es spezielle Förderprogramme und Steuerbefreiungen für den Anbau von Wald und Lebensmitteln sowie die Produktion von Dünger und Samen.
China besitzt kaum Holz pro Kopf der Bevölkerung
Bei der Versorgung der riesigen Bevölkerung mit Holz und Holzprodukten hat China ein großes Problem: Gerade hier sind die natürlichen Ressourcen an Holz besonders gering. Nur ein Drittel des weltweiten Durchschnitts an Holz pro Kopf hat China zu bieten. Das liegt nicht nur an der sehr dichten Besiedlung vieler Gebiete, sondern auch an dem Raubbau, der viele Jahre lang betrieben wurde. Heute sind viele Gegenden verkarstet und müssen mit großem jahrelangen Aufwand mühsam rekultiviert werden. Es laufen gigantische Wiederaufforstungsprogramme, aber es wird noch viele Jahre dauern, bis China seine Produktion nennenswert ausbauen kann.
Holzressourcen in Hektar je Kopf der Bevölkerung
Nur Indien hat von den großen Ländern noch weniger Holz pro Kopf zur Verfügung als China. Die Erhöhung dieser Ressource ist ein wichtiges Staatsziel. Quelle: Asian Bamboo.
Eine Lösung für dieses Problem bieten vor allem besonders schnell wachsende Sorten von Holz. Diese sind aber im Vergleich zu den traditionellen Arten nicht unproblematisch. Vielerorts wird dafür Eukalyptus genutzt, so z.B. auch von Chinas inzwischen größtem Holzproduzenten Sino Forest. Diese Bäume wachsen unglaublich schnell und sind in nur wenigen Jahren erntereif. Das Problem an Plantagen in Monokultur mit diesen Pflanzen ist aber, dass sie unglaublich viel Wasser benötigen und sehr tiefe Wurzeln ausbilden, mit dem sie sich das sogar aus dem Grundwasserbereich saugen können. Gerade in Gegenden, wo die Wasserversorgung sowieso schon problematisch ist (wie in vielen Gebieten Chinas), kann das zu Schwierigkeiten aller anderen Pflanzen mit Wasser führen und damit zu deren Verdrängung.
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