Baltic Dry Index: Ein hässlicher "China Chart"
Brian Hunt in Investors Daily zum Thema Baltic Dry Index
vom 21. Januar 2011, 18:00 Uhr
ENL5454
Es gibt eine dramatische und gefährliche Entwicklung im Baltic Dry Index (BDI)...
Der BDI zeigt die Verschiffungskosten "trockener" Rohstoffe wie Kohle, Eisenerz und Korn. Wenn die Weltwirtschaft brummt, dann steigt die Nachfrage nach diesen Rohstoffen und die "Versand"-Preise steigen. Wenn die Wirtschaft schlecht steht, dann fällt die Rohstoff-Nachfrage und die Frachtsätze werden unter Druck gesetzt (also fallen in der Regel).
Chart Baltic Dry Index
Während der 2008er Kreditkrise zum Beispiel erlitt der BDI einen sensationellen Kurssturz von 93 %!... Dann, als die Weltwirtschaft in 2009 und 2010 "weniger schlecht" wurde, genoss der BDI eine Rally auf das Niveau von 4.000. Aber wie der heutige Chart zeigt, ist der Index gerade auf seinen Tiefststand der letzten 20 Monate gestürzt.
Wenn wir den BDI mit China verknüpfen, müssen wir diese Entwicklung mit einigen Sorgenfalten betrachten. China ist der weltweit größte und unersättlichste Rohstoff-Verbraucher. Wenn der BDI abstürzt, ist dies ein Zeichen, das Chinas Wirtschaft sich verlangsamt und ins Stottern gerät. Behalten Sie diese Entwicklung auf Ihrer täglichen "Watchlist."
Brian Hunt
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Lotario (21.01. 2011 19:57 Uhr):
Lieber Brian Hunt. Ist der miserable Baltic nicht eher auf die Überschwemmungen von Australien mit allen Folgen für Logistik und Seeftransport zurückzuführen als auf chinesisches Vehalten?
Antworten- Antwort von siggi (02.02. 2011 15:57 Uhr):
Toll, Lotario, schön aus dem Handelsblatt abgeschrieben. (Dass das Handelsblatt in erster Linie Propaganda verbreitet sollte allgemein bekannt sein.) Hast du dir den jüngsten Verlauf des BDI nochmal angesehen? Australien in allen Ehren, aber das - global betrachtet - bisschen Hochwasser kann dafür kaum verantwortlich sein. Rohstoffe soll's angeblich auch ausserhalb Australiens geben.
- Antwort von siggi (02.02. 2011 15:57 Uhr):
- Kommentar von Andreas Hänni (24.01. 2011 16:43 Uhr):
Stephan Heibel, ein ausgezeichneter Börsesbriefautor, schreibt dazu: "Fällt dieser Index, so kann dies zwei Ursachen haben: Zum einen könnte die Nachfrage nach Eisenerz, Kohle, etc. nachlassen, was zu einem abflauenden Wirtschaftswachstum führen würde. Zum anderen könnte aber auch einfach eine Flut von neuen Transportschiffen auf den Markt strömen, was die Preise kaputt macht. Meinen Informationen zufolge ist derzeit letzteres der Fall."
Antworten - Kommentar von Skeptik (29.01. 2011 10:37 Uhr):
Ist es nicht so das man den BDI als Beispiel für die gesamt Situation sehen kann, da ja in den letzten Jahren nicht nur Frachtschiffe gebaut wurden sonder auch Maschinen und Anlagen jeder Art? Könnte man davon ausgehen das es für alles was man nur herstellen kann Überkapazitäten gibt? Was derzeit hergestellt wird resultiert doch nur aus politischen Entscheidungen, da es keine normale Nachfrage nach neuen Produkten gibt.
Antworten
