Bärenmarktrallye: Safe-Haven-Währungen unter Verkaufsdruck
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 18. März 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
vorösterlich kehren mit dem meteorologischen Frühlingsanfang nicht nur erste Sonnenstrahlen, sondern auch - ganz passend - neue Hoffnungen darauf, dass das schlimmste im Falle der Finanzkrise nun endlich überstanden sein könnte, zurück. Temporäre Frühlingsgefühle oder erste Wahrheit? Wer weiß! Hoffen wir, dass der launische April nicht alles wieder über den Haufen wirft.
Verzeihen Sie mir meinen kleinen Abstecher zum Wetter - aber der Vergleich scheint passend. Kaum verzieht sich ein wenig die Düsternis des Winters, kehrt neuer Lebensmut in die Märkte zurück und wir beobachten eine Bärenmarktrallye in den Aktienmärkten.
Risikofreude geht mit Lebensmut einher und so steigt der Risikoappetit wieder an, während das Interesse an den Safe-Haven-Währungen schwindet. Obgleich realwirtschaftlich noch immer kein Grund besteht schon gleich die nächste Party auszurufen.
Sicher, auch die Heimatregierungen und Zentralbanken der Safe-Haven-Währungen tragen zum Verkaufsdruck bei. Die Schweizer Nationalbank hat bereits in der letzten Woche per FX-Intervention deutlich gemacht wo sie ihren Franken sehen will.
Die Bank of Japan ...
...hat heute bekannt gegeben, dass sie den Kauf von Staatsschulden um 0,4 Billionen JPY auf 1,8 Billionen JPY pro Monat ausweiten will. Die BoJ kauft bereits seit 1989 Bonds und hatte das Volumen zuletzt im Dezember ausgeweitet.
Die FED
Auch aus den USA erwartet man für heute Signale, dass die FED ihre Quantitative-Easing-Maßnahmen beschleunigen wird. Oder anders ausgedrückt: Juhuu, lasst uns die Geldmenge noch stärker ausweiten.
Und endlich scheint der Markt diese Maßnahmen auch so aufzunehmen, wie er es tun sollte: nämlich nicht-bullisch für die Safe-Haven-Währungen - ich spreche insbesondere vom USD.
Positiv ist das Ganze aktuell nur für den Euro - der konnte nämlich gegenüber USD und JPY massiv zulegen.
EUR/USD stieg von 1,2850 bis auf 1,3075 am Montag und notiert aktuell bei 1,3039. Nachdem das letzte Top bei 1,2991 nun genommen wurde, könnte theoretisch der Weg nach oben bis auf 1,3186 und sogar bis 1,3328 offen stehen. Ein Bruch unter 1,2604 würde dagegen den Abwärtstrend bestätigen.
Quelle: CFX-Broker
EUR/JPY stieg von 125,65 zu Wochenbeginn bis auf 128,83 in der Spitze und notiert aktuell bei 128,70. Nachdem EUR/JPY nun die Trading Range nach oben durchbrochen hat, könnte sogar die 129,80 in Angriff genommen werden.
Quelle: CFX-Broker
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Abschließend müssen wir dennoch erst abwarten, wie sich das Risiko-Sentiment weiter entwickelt. Wenn aufgrund der Finanzindustrie weitere Unsicherheit aufkommen sollte, dürfte sich auch die Risikoaversion zunächst wieder stärker durchsetzen.
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