Bären nehmen nächsten Anlauf
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 18. Februar 2009, 08:00 Uhr
ENL5462
Die Bären haben sich nicht beirren lassen. Die schwache Performance zum Wochenauftakt und den Bruch des jüngsten Aufwärtstrends bei 4.400 Punkten nutzten sie konsequent zu weiterem Terraingewinn. Die in den vergangenen Tagen erwähnten Unterstützungsmarken 4.310 und 4.244 Punkte wurden von den Bullen ziemlich widerstandslos geräumt. Damit rücken erneut das bisherige Schlusskurstief dieser Baisse vom 21.11.2008 bei 4.127 Punkten und die jeweiligen Verlaufstiefs bei 4.064 und 4.014 Punkten wieder in das Zentrum des Marktgeschehens. Der untere Rand des Bollinger Bandes, um das die Kurse in der Regel schwanken, liegt mit knapp 4.130 Punkten in Höhe des bisherigen Schlusskurstiefs, so dass zumindest aus kurzfristiger Sicht ein Unterschreiten dieses Bereich nicht sehr wahrscheinlich erscheint. Komplett verändern würde sich das Bild, wenn der Dow Jones mit Pauken und Trompeten durch sein bisheriges Tief bei 7.500 Punkten fallen würde. Die daraus entstehende Signalwirkung würde den Bären neuen Auftrieb geben. Ein Blick auf den VDAX, der die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer zur Schwankungsbreite des deutschen Leitindex in den kommenden 30 Tagen wiederspiegelt, zeigt zwar erneut eine leichte Aufwärtsbewegung. Solange der Bereich um 50 Prozent aber nicht deutlich überschritten wird ist aber anzunehmen, dass sich die Seitwärtsbewegung zwischen 4.000 und 5.000 Punkten fortsetzt. Ein Unterschreiten von 40 Prozent hätte mit großer Wahrscheinlichkeit eine größere Aufwärtsbewegung zur Folge, steht aber aktuell nicht zur Debatte.
US-Konjunkturdaten ermöglichen neue Lageeinschätzung
Zahlreiche US-Konjunkturdaten bieten heute die Möglichkeit, die Wirtschaftsentwicklung in den USA neu zu bewerten. Am Interessantesten dürften die Zahlen zur Industrieproduktion aus dem Januar sein. Nach einem Rückgang um 2 Prozent im Vergleich zum Vormonat rechnet der Konsens der befragten Ökonomen mit einem Minus von nur noch 1,5 Prozent. Ein noch geringerer Rückgang würde vom Markt sehr positiv aufgenommen werden. In Sachen Kapazitätsauslastung liegt die Konsensmeinung bei einem Rückgang von 73,6 auf 72,5 Prozent. Auch dies wäre eine Entwicklung mit der die Märkte leben könnten. Bei der Entwicklung der Im- und Exportpreise erwarten Analysten eine Abschwächung des scharfen Preisrückgangs im Vergleich zum Vormonat von -4,2 auf -1,4 Prozent. Vor allem die leicht Aufwärtsentwicklung bei den Frachtraten in der Containerschifffahrt und die Erholung an den Rohstoffmärkten sollten sich dabei bemerkbar machen.
Im Mittelpunkt der Unternehmensberichterstattung steht heute die Commerzbank. Der rapide Kursverfall der vergangenen drei Handelstage hat allerdings schon einen großen Teil eines möglichen Schreckmomentes vorweggenommen, eine technische Reaktion in Form einer Erleichterungsrallye wäre demnach nichts Außergewöhnliches. Zudem präsentieren mit der Merck KGaA und Puma zwei weitere deutsche Unternehmen ihre Jahreszahlen. Während Puma von der US-Krise etwas stärker in Mitleidenschaft gezogen werden dürfte, entwickelt sich das Geschäft bei Merck wesentlich gleichmäßiger. Da Pharmawerte in schwachen Börsenzeiten ohnehin zu den Lieblingen der Fondsmanager zählen, könnten diese versucht sein, sich auf niedrigerem Niveau einzudecken.
Für die Anhänger von Technologieaktien sind die Q4-Zahlen von Hewlett-Packard nach Börsenschluss in den USA um 22.00 Uhr MEZ Pflicht. Betrachtet man sich den aktuellen Chart näher, dürfte das wohl eher ein weiteres Fest für die Bären sein.
Konjunkturdaten: USA: 14.30 Uhr MEZ Ein- und Ausfuhrpreise, 15.15 Uhr MEZ Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung (alle Januar)
Unternehmen: Jahreszahlen: Commerzbank, Merck KGaA, Puma ; Q4-Zahlen: Hewlett-Packard
Wichtige Marken:
Unterstützungen: 4.014; 4.064; 4.127
Widerstände: 4.244; 4.310; 4.359
Viel Glück und Erfolg!
Andreas Wolf

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