AWD-Taktiken: Kommentar von einem, der es selbst versuchte
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Kapitalschutz
vom 18. Januar 2011, 14:30 Uhr
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Viele von Ihnen kritisierten in der vergangenen Woche die sehr einseitige Berichterstattung der „Panorama"-Redaktion des NDR in der am Mittwoch in der ARD ausgestrahlten Maschmeyer-AWD-Dokumentation "Der Drückerkönig und die Politik". Man habe hier eindeutig zu einseitig berichtet, Maschmeyer selbst gar nicht erst zu Wort kommen lassen und zufriedene AWD-Kunden suchte man bei dieser Hatz gänzlich umsonst, so der Tenor vieler Insider Daily-Leser und Zuschauer dieser Sendung.
Dazu meldete sich nun einer meiner Leser zu Wort, der selbst einmal für den AWD tätig war. Und er macht das, was ich bei der Bewertung in diesem Fall als die richtige Variante erachte: Er sieht trotz eigener negativer AWD-Erfahrungen die Medaille von zwei Seiten. Bitte lesen Sie dazu den nachfolgenden Kommentar des Lesers, für welchen ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanken möchte:
"Zum Thema AWD möchte ich Folgendes ergänzen: im reifen Alter von 60 Jahren stieg ich nach einem erfüllten Arbeitsleben als freier Mitarbeiter dort ein, da ich sicher war, auf dem Versicherungssektor trotz jahrelanger Erfahrung noch dazulernen zu können. Dies traf auch zu. Prinzipiell trat ja Herr Maschmeyer nur in die Fußtapfen vom ÖVB, der nur andere herausragende Persönlichkeiten als wohlwollende Aushängeschilder vorweisen konnte.
Prinzipiell muss gesagt werden, dass die Beratung durch den ,normalen' Versicherungsvertreter bis zum Auftreten des ÖVB, AWD etc. alles andere als allumfassend, neutral und selbstlos gewesen war. Wie soll auch ein Allianzvertreter hergehen und plötzlich ein preiswerteres Produkt einer anderen VG-Gesellschaft anbieten?! Das darf er ja gar nicht. Der AWD handelte theoretisch wie ein Versicherungsmakler, der eben aus dem großen Angebot der Versicherer das Beste heraussuchte - jedenfalls war das die Theorie.
Dass natürlich die meisten Mitarbeiter darnach strebten, die Versicherungen mit der höchsten Provision anzubieten, war dabei das traurige Kapitel. Ich habe während meiner rund einjährigen Tätigkeit nur zwei Kollegen gefunden, die wie ich (mit christlichem Hintergrund), das Beste und Preiswerteste verkauften, und zwar ohne Rücksicht auf die Höhe der Provision.
Wir ,verschwendeten' auch unsere Zeit beim Kundenbesuch mit echter Beratung, welche ja fast überall bitter notwendig war, da der ,normale' Deutsche von dem Thema Versicherung nur eine minimale Ahnung hat. Man fand z.B. meist Personen ohne die dringend notwendige Privat-Haftpflicht- oder Berufsunfähigkeitsversicherung.
Der große Schwindel war natürlich der Dreiländerfond, der aber leider durch die Verbundenheit mit dem hervorragenden Image der Schweiz einen seriösen Eindruck machte! Deswegen - und wegen der tollen vermeintlichen Aussichten - fielen sogar Millionäre auf dieses Angebot herein. - Wenn man also - wie in der o.g. Fernsehsendung, die ich auch sah, Herrn Maschmeyer ,zur Schnecke' macht, dann könnte man andere, ähnlich gelagerte Vereine gleichermaßen bedenken!!!"
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Branchenprimus (18.01. 2011 15:41 Uhr):
Es heisst OVB und nicht ÖVB :)
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