Autos und Technik
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 21. Juni 2007 07:30 Uhr
ENL5454
*** Autos und Technik I
Autos sind heute sehr viel zuverlässiger als einst. Als ich jung war gab es kaum einen Jugendlichen, der nicht wusste, wie man einen Vergaser auseinander baut und ihn reinigt. Ich habe die Grundlagen der Automechanik erlernt, weil ich musste. Mein erstes Auto hat 75 Dollar gekostet. Es war ein alter 37er Plymouth. Was für einen Schönheit. Was für ein Juwel. Was für ein Haufen Schrott. Wie viele Stunden haben ich versucht, diese alte Kiste dazu zu bringen, richtig zu funktionieren. Es ist nie dazu gekommen. Und ich war auch kein so guter Mechaniker, dass ich das Auto hätte reparieren können.
Heute habe ich ein Auto auf der Straße gesehen, das so aussah wie mein alter 37er Plymouth. Es stand in einer Gruppe von drei Oldtimern. Aber im Gegensatz zu den beiden anderen war diese Limousine in der Mitte der Straße zum Stillstand gekommen. Der Fahrer war ausgestiegen und hatte die Haube geöffnet während die anderen hinter ihm hupten. Vielleicht war es mein alter Plymouth, der nach all den Jahren immer noch nicht richtig funktioniert.
Irgendwann kamen ihm die beiden anderen Oldtimerfahrer zur Hilfe. In Anzug und Krawatte bekleidet schoben sie das Auto an den Straßenrand. Dann betrachteten alle drei den Motor ... und fragten sich, was zu tun sei.
*** Autos und Technik II
Es ist schon Jahre her, seit ich mir zuletzt überhaupt die Mühe gemacht habe, die Motorhaube meines Autos zu öffnen. Und in den meisten Fällen gab es dazu überhaupt keinen Grund. Doch vor wenigen Wochen ist eine Kupplungsscheibe meines alten Nissan Patrol – den ich schon dazu verwendet habe, einen Lieferwagen abzuschleppen – seitlich weggerutscht. Das Auto hat nicht mehr in den fünften Gang geschaltet. Das war das zweite größere Problem, das ich mit diesem Auto hatte. Im vergangenen Jahr hatte ich eine Motorpanne aber der Motor wurde sofort vom Hersteller ausgetauscht. Diesmal muss ich 4.000 Dollar für ein neues Getriebe bezahlen.
Meine Kinder sind nicht halb so sehr auf der Höhe als Automechaniker, wie ich es damals war. Keiner von ihnen würde auch nur wissen, wo sie nach dem Vergaser gucken müssten, wenn Autos immer noch einen hätten. Wenn etwas kaputt geht, dann „ruft man einfach bei der Werkstatt an“, sagen sie.
Aber kürzlich kam mein Sohn Henry, 16 – und das auch noch in Südamerika – in Berührung mit mechanischer Unumgänglichkeit. Er und seine Mutter fuhren durch die Gegend – mitten in der Wüste. Und plötzlich war ein Reifen platt. Es gab in der Nähe keine Ortschaften ... keine Tankstellen ... keine Häuser ... keinen Telefonempfang ... und keine anderen Autos.
“Es war sehr riskant”, berichtete seine Mutter, „Wir wussten nicht, wo der Ersatzreifen war oder wie man einen Reifen wechselt. Wir holten das Handbuch aus dem Handschuhfach. Es war natürlich auf Spanisch. Henry ist ziemlich gut in Spanisch – aber er kannte weder die Wörter für „Wagenheber“ noch für „Zange“ oder Dinge von dieser Art. Doch irgendwann hat er es herausbekommen. Der schwierigste Teil war, die Muttern zu lösen. Er hat so fest er nur konnte an ihnen gezogen, aber sie haben sich kein Stück bewegt. Wir glaubten schon, wir würden über Stunden dort festsitzen. Doch dann ist er irgendwie auf den Schraubschlüssel gesprungen und hat sie losbekommen. Wir waren gerettet. Henry ist mein Held.