Autobauer & Hybrid-Elektro-Fahrzeuge
David Fessler (US-Korrespondent), Investoren Wissen vom 07.04.2009 16:00
Der kostenlose E-Mail-Dienst für Ihren langfristigen Vermögensaufbau
Hier kostenlos für "Investoren Wissen" eintragen
Garantie: Wir geben Ihre E-Mail nie an Dritte weiter.
Ja, informieren Sie mich über Angebote Ihres Verlages und Ihrer Partner per Mail. Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Alexander Hahn
ENL5286
Â
Autobauer & Hybrid-Elektro-Fahrzeuge für die Steckdose: Man sitzt in der "Barack"-Klemme
Liebe Leser,
während der letzten paar Jahre der Bush-Regierung war die EPA (Environmental Protection Agency, Umweltbundesbehörde in den USA) angewiesen, Kaliforniens Bitten um Gewährung einer Befreiung vom Bundesemmissionsschutzgesetz zu ignorieren.
Warum? Die Bewilligung hätte Kalifornien tatsächlich erlaubt, strengere Emissionsregeln einzuführen, wie sie bereits mehrere Jahre vorher von der Gesetzgebung des Bundesstaates beschlossen worden waren.
Die EPA kam langsam auf die Beine, weil nicht weniger als 16 weitere Staaten eine Gesetzgebung nach dem kalifornischen Modell in Erwägung zogen - mit einem bemerkenswertem Unterschied: Noch strengere Emissionsregeln als die von Kalifornien.
Die Fahrzeughersteller nahmen auf die Regierungsbeamten der Bush-Administration Einfluss, um Kaliforniens Forderung Widerstand entgegenzusetzen. Und es ist nicht schwer zu verstehen warum: Sie kämpften einfach darum, im Geschäft zu bleiben.
Aber jetzt stecken die Fahrzeughersteller in der "Barack-Klemme", weil der Präsident die EPA anwies, ihre Ablehnung aus der Bush-Ära zu "überdenken". Wenn sie es tut, könnten sich die Autohersteller mit der Notwendigkeit konfrontiert sehen, bis 2016 Autos mit einem Verbrauch von 43 mpg (miles per gallon = Meilen pro Gallone) zu bauen. Das ist der Grund, warum PHEVs (Plug-In Hybrid Electric Vehicles = Hybrid-Elektro-Fahrzeuge für die Steckdose) in letzter Zeit so viel Interesse geweckt haben.
Nicht, dass das eine schlechte Sache ist - aber es ist viel offensiver als das gegenwärtige Ziel von 35 mpg bis 2020. Das Problem besteht darin, dass die neue Forderung den heutigen Flotten-Durchschnitt von 25 mpg verdoppeln würde.
Â
Autobauer drängeln sich, bei den Hybrid-Elektro-Fahrzeugen für die Steckdose einzusteigen
All das hat dazu geführt, dass die Fahrzeughersteller sich drängeln, in das Geschäft mit Hybrid-Elektro-Fahrzeugen für die Steckdose (PHEV) einzusteigen. Die meisten haben bereits ein lebhaftes PHEV-Entwicklungsprogramm am Laufen, wobei GM mit seinem Chevy 'Volt' der Produktion am nächsten ist.
Leider wandelt aber GM auch am Rand des Bankrotts.
Die Notwendigkeit ist die Mutter der Erfindung und wir sehen das in höchstem Maße bei der PHEV-Entwicklung. Eines der faszinierendsten Systeme ist das "Vehicle-to-Grid"-Konzept (V2G, deutsch etwa "Fahrzeug ans Netz"), und es ist von der Federal Energy Regulatory Commission (FERC, Energie-Regulierungsbehörde des Bundes) in hohem Maße gutgeheißen worden.
Es funktioniert etwa so:
- Wenn Ihr V2G-Auto an die Steckdose angeschlossen ist, um seine Batterien aufzuladen, regelt der Energieversorger den Ladestrom, mit dem geladen wird.
- Noch wichtiger, er kann den Fluss umkehren und den Batteriesatz des V2Gs als eine Energie-Quelle im Netz während Zeiten von Verbrauchs-Spitzen verwenden.
- Ähnlich der Funktionsweise des "Cloud Computing" (deutsch etwa "Rechnen in der Wolke") - wo viele PCs verbunden werden, um einen riesigen Supercomputer zu bilden - würden all die V2G-Fahrzeuge als Ganzes einem riesigen nationalen Stromspeicher-Akku entsprechen.
Im Gegenzug würde der Eigentümer des Fahrzeugs einen Nachlass auf seine Stromrechnung erhalten. Es ist geschätzt worden, dass - dieses Konzept umsetzend - die kompletten Mehrkosten für die Anschaffung eines V2G-Fahrzeugs in nur drei Jahren wieder hereinkommen können.
Die Vorteile gehen jedoch über die Rückerstattung des zusätzlichen Aufwandes für den Besitz  eines Elektro-Autos hinaus.
- Durch die Verringerung der Nachfrage nach Öl und Benzin würde es den Prozess unserer Entwöhnung von fossilen Brennstoffen viel weniger schmerzhaft machen.
- Treibhausgase würden deutlich abnehmen, eine Auswirkung, die in dicht bevölkerten städtischen Gebieten am bemerkenswertesten sein würde.
- Die zusätzlichen Einnahmen, die die Energieversorger aus der PHEV-Aufladung erzielen würden, könnten die zusätzlichen Sonnen-, Geothermie- oder Windenergie-Installationen finanzieren, die notwendig wären, um die zusätzliche Lade-Energie zur Verfügung zu stellen.
- Es würde auch eines der größten Probleme der Sonnenenergie und der Windkraft beheben: Dass sie nicht für den Grundbedarf eingesetzt werden können.
- Dieses riesige, landesweite dezentrale Speicher-System würde es den Energieversorgern ermöglichen, überall den Strom aus Sonnen- und Windquellen zu speichern und wieder einzuspeisen, wann auch immer es erforderlich ist.
Im Augenblick haben weder GM noch Toyota - die zwei führenden PHEV-Wettbewerber - irgendwelche Pläne bekannt gegeben, ein Fahrzeug dieses Typs herzustellen.
Was eindeutig erforderlich ist, ist eine gesetzliche Verordnung oder ein Anreiz (oder beides) von der FERC, die die Energieversorger-Unternehmen allmählich dazu bringen werden, sich mit dem V2G-Konzept zu befassen. Das wird die Nachfrage nach den Fahrzeugen schaffen - und den Anreiz für die Autogesellschaften, sie zu bauen.
Â
Das Haar in der Suppe - Verbesserung der Batterietechnologie
Das einzige Haar in der Suppe - und regelmäßige Leser haben mich das bereits früher sagen hören - ist die Verbesserung der Batterietechnologie.
Bis jetzt ist die vielversprechendste Technologie, von der es den Anschein hat, dass sie die für das Reichweiten-Ziel von 100 bis 200 Meilen erforderliche Energie-Dichte zur Verfügung stellen kann, Lithium-Ionen.
Und jene wenigen Gesellschaften im Lithiumbatteriegeschäft sind dazu bestimmt, die großen Gewinner zu sein, wenn der technologische Durchbruch geschafft ist. Nun, wer ist im Batteriegeschäft ?
EnerSys ist einer der größten Hersteller, Vermarkter und Vertreiber von Industriebatterien. Von U-Booten bis zu Raumschiffen - und für alles dazwischen: EnerSys verfügt über die passende Batterie-Technologie für die jeweilige Anwendung. Dies gilt genauso auch für Lade-Einrichtungen und Antriebsaggregate.
Im letzten Herbst führte die Gesellschaft ihre Batterien-Produktlinie EcoSafe ein, die speziell für Anwendungen zum Speichern erneuerbarer Energien entwickelt wurde. Im Hinblick auf die Märkte zur Energiegewinnung aus Sonne und Wind ist davon auszugehen, dass diese Produktlinie unter Präsident Obamas Energie-Initiativen ein deutliches Wachstum erfahren wird.
Noch wichtiger für uns, sie arbeitet mit einer Reihe von Nischen-Herstellern zusammen, um eine speziell auf den PHEV-Transport-Markt ausgerichtete Produktlinie von Lithium-Ionen-Batterien zu entwickeln.
Â
Woher wird das ganze Lithium kommen ?
Die kurze Antwort ist Bolivien und Chile, und Sociedad de Chile (SQM) - Sitz in Santiago, Chile - ist Weltführer in der Produktion von Lithiumkarbonat und mehrerer weiterer spezieller Chemikalien.
Zurzeit wächst die Welt-Nachfrage nach Lithium um ungefähr 7 % jährlich. SQM ist auch führend in der Welt in der Lithiumproduktion mit mehr als 30% Marktanteil.
Lithium wird in Fetten, Glas und Batterien für tragbare Werkzeuge verwendet, aber seine größten Zukunftswachstumsaussichten sind große Lithium-Ionen-Batterien für Hybrid-Elektro-Fahrzeuge. Man erwartet, dass die neue HEF-Batterien-Nachfrage in der zweiten Hälfte von 2009 und erst recht 2010 steil ansteigen wird.
Und SQM macht sich bereit, diese zunehmende Nachfrage zu befriedigen: Ihre Drei-Jahres-Investitionen von 1 Milliarde US-$ bedeuten insgesamt eine Zunahme von 25 bis 30% für alle ihre Produkte bis Ende von 2010.
Â
Das Ändern hundertjähriger Sichtweisen
Es gibt einen alten Spruch, der geht etwa so: „Die Wissenschaft schreitet nur mit dem Tod jeden Wissenschaftlers voran." Der Gedanke besteht darin, dass es manchmal eines Generationenwechsels bedarf, um sich mit frischen Ideen und Entdeckungen zu neuen Höhen aufzuschwingen.
Wollen wir - zumindest in diesem Fall - hoffen, dass es bei den PHEVs nicht so lange dauert. Wir dürfen nicht so viel Zeit verlieren.
Erfolgreiches Anlegen,
Â
David Fessler Â
Â
KOMMENTAR ZUM ARTIKEL VON HERRN FESSLER:
Ich denke, Herr Fessler beschreibt hier wieder mal einen sehr interessanten Trend, doch bin ich mir nicht zu 100% sicher, in wie weit sich die aktuelle weltwirtschaftliche Krise und der hohe Schuldenstand der USA bzw. der US Autobauer hierauf im Detail auswirken werden.
Ich würde also, falls Sie mit dem Gedanken spielen, in diesem Bereich finanziell aktiv zu werden, auf jeden Fall die "nicht-PHEV"-Bereiche potentieller Investments sehr genau prüfen. Das Risiko, dass GM untergeht, halte ich beispielsweise im Moment für signifikant höher als das Potential einer evtl. "vermissten" Investment-Chance im Bereich der PHEVs.
Â
Beste Grüße
Â
Alexander Hahn
Â
Â
Â
Â
-
Neu! US-OPTIONS EXTREME ist Ihr Schlüssel zu einer anderen Welt. Dort verdienen Sie Geld mit wesentlich schärferen Waffen, als Sie es bisher kannten
-
Bahnbrechend! Sie nutzen Handelsinstrumente, zu denen Sie hierzulande normalerweise keinen Zugang haben (doch es gibt einen Trick und dann sind Sie dabei)
-
Extrem profitabel! Sie handeln „geschossartige" Trades - auf der höchsten Sicherheitsstufe
-
Zielorientiert! Sie bauen sich mit der Zeit ein eigenes Vermögen auf. Denn Sie traden zielsicherer, schneller und offensiver.
ähnliche Beiträge:
- Gast-Artikel: Hybrid-Elektro-Fahrzeuge für die Steckdose (Teil 2)
- Gast-Artikel: Hybrid-Elektro-Fahrzeuge für die Steckdose (Teil 1)
- Lithium: Riesen-Gewinn im Saudi-Arabien der Zukunft
- Deutsche Autobauer mit schwachen Absatzzahlen in Europa
- BMW und Porsche - Autobauer im Fokus
- Insider Daily-Medienschau: US-Autobauer, Bayer und Lanxess, ProSieben
- Nur modernisierte Autobauer werden überleben
- Neuer Mega-Trend: eBikes
- Hightech-Chinesen: Weiteres Standbein in der Solarenergie
Geldanlage Themen
DAX Profits
Handeln Sie das, was Sie am besten kennen – den DAX!
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu DAX Profits
Gratis Börsenkommentar
Tragen Sie sich hier ein für "Investoren Wissen"