Ausweitung der Sojaanbaufläche überrascht
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 31. März 2008 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
heute wurde die neue USDA-Prognose veröffentlicht, mit Ergebnissen, welche in dieser Größenordnung nicht erwartet wurden. Zwar gingen die Marktteilnehmer schon zuvor von einer Ausweitung der Anbaufläche für Sojabohnen und Weizen zuungunsten von Mais aus, aber die Dimensionen, besonders in Bezug auf die Sojabohnen überraschte dennoch.
US-Farmer pflanzen mehr Sojabohnen an als erwartet
Der Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), der sich auf eine Umfrage bei 86.000 US-Landwirten bezieht, geht von einer Ausweitung der Sojabohnen-Anbaufläche um 18% gegenüber dem Vorjahr auf 74.793 Millionen acres aus. Erwartet wurde zuvor eine Ausweitung der Anbaufläche um nur 12%. Ebenfalls, so die USDA, würden die US-Farmer mehr Weizen anbauen. Hier berichtet die USDA von einer Ausweitung um 7,8% für Sommerweizen auf 14,3 Millionen acres und 22% für Hartweizen auf 2,63 Millionen acres. Dies wiederum hat aber eine stärker als erwartete Abnahme der Anbaufläche für Mais zu Folge. Erwartet wurde zuvor, dass in diesem Jahr rund 87,3 Millionen acres mit Mais bepflanzt werden. Tatsächlich prognostiziert die USDA nun einen Rückgang der Maisanbaufläche in Höhe von 8,1 % gegenüber dem Vorjahr auf 86,01 Millionen acres.
Hohe Nachfrage nach Weizen forciert die Ausweitung der Anbaufläche
Insgesamt- die bereits mit Winterweizen, welcher eine längere Wachstumsperiode benötigt, bepflanzten Felder miteinbezogen- werden der USDA gemäß die US-Farmer ihre Anbaufläche für Weizen in diesem Jahr um 5.6% ausweiten auf 63,8 Millionen acres. Hier lagen die Erwartungen zwar zuvor ebenfalls etwas niedriger, doch im Vergleich zu den Sojabohnen hält sich die Überraschung in Grenzen. Denn Weizen wird vor allem von der hohen Nachfrage, niedrigen Lagerbeständen und natürlich den damit verbundenen hohen Preisen getrieben. Insbesondere Hartweizen, welcher zur Herstellung von Pasta und Brot genutzt wird, unterliegt einer steigenden Nachfrage. Nach einer massiven vorangegangenen Trockenheit in den entsprechenden Anbaugebieten Kanadas und der USA, welche die Ernte massiv beschädigt hatte, ist eine starke Angebotsverknappung entstanden die die Future-Preise an der MGEX auf über 20 USD pro Scheffel getrieben hatte.Weltweit befinden sich die Lagerbestände noch immer auf niedrigen Levels, was nach einer dennoch dringend nötigen Preiskorrektur, auf einem günstigeren Preislevel wieder Käufer anziehen kann.
Sojabohnen überraschen
Auch für das gegenwärtig hohe Preislevel der Sojabohnen ist natürlich eine, vor allem durch China forcierte steigende Nachfrage mit ausschlaggebend. Die hohen Preise ziehen natürlich ähnlich wie beim Weizen die Farmer an, welche also schließlich mehr Sojabohnen anbauen um vom hohen Preislevel zu profitieren. Doch allein die hohen Preise erklären noch nicht gänzlich die massive prognostizierte Ausweitung.