Australien: Skepsis gegenüber der Zukunft
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
vom 27. August 2010, 17:00 Uhr
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Nicht so gut gefielen dem Markt jedoch die Perspektiven des Unternehmens. "Vorsichtig gegenüber dem kurzfristigen Ausblick" lauteten die Erwartungen. Besonders die Verschuldungssituation in den USA und Europa lastet auf der Stimmung. So fiel trotz der überwiegend prächtigen Ergebnisse der Bilanzsaison der australische Markt schon die dritte Woche in Folge. Die Angst vor einer Abschwächung des Wachstums in China und einer zweiten Rezessionswelle in den USA geht um. Selbst für die brummende australische Wirtschaft senkte zuletzt JPMorgan den Ausblick von 3,2% auf allerdings immer noch gesunde 3%.
Grüne kommen erstmals an die Macht
Zusätzlich belastet Down Under die Unsicherheit über die neue Regierungskonstellation unter relativ sicherer Beteiligung der Grünen. Sie konnten als großer kleiner Sieger den etablierten Parteien viele Stimmen abjagen. Dass sie als Juniorpartner der nächsten Regierung angehören werden, gilt inzwischen als relativ sicher.
Jetzt rächt sich, dass die großen Parteien zu wenig auf Sorgen der Bevölkerung über die zunehmenden Umweltprobleme geachtet haben. Ganze Landstriche leiden immer wieder unter massiven Dürreperioden, während der Bergbau enorme Mengen an Wasser verbraucht. Moderne Technologien der Wasseraufbereitung und -rückgewinnung könnten dieses Problem des "Bergbau-Kontinents" entschärfen.
Wird eine künftige Umweltpolitik die Minen belasten?
Bedeutende Frage gerade für die großen Rohstoffproduzenten war und ist damit die definitive Ausgestaltung der neuen australischen Minensteuer und mögliche zusätzliche Klimaabgaben in der Zukunft. Das kann deren Gewinne in den nächsten Jahren schmälern und sorgt derzeit für gewisse Zurückhaltung gegenüber Investitionen in Australien, obwohl die Titel ansonsten im weltweiten Vergleich immer noch relativ günstig sind.
Australien wird stark betroffen vom Klimawandel
Dem Land und den australischen Bürgerinnen und Bürgern jedoch wird frischer Wind gut bekommen. Zu wenig Wert wurde hier in der Vergangenheit auf den Umweltschutz bei alten und neuen Bergbauprojekten gelegt. Legendär sind z.B. die riesigen Überlandtransporter, so genannte Roadtrains, die Unmengen an Sprit für den Transport von bis zu 100m langen Zügen verschlingen.
Selbst wenn die Gewinne der Unternehmen durch die kommenden Gesetze vorübergehend leicht zurückgehen sollten, wird der langfristige ökologische Gewinn für Umwelt und Bevölkerung bedeutender sein. Denn auf einem möglichen künftigen Wüstenkontinent ohne Wasser oder intakte Natur werden auch keine bezahlbaren Arbeiter für die Bergwerke mehr zu bekommen sein. Ein Problem, das jetzt schon die Löhne in Australien nach oben treibt und die Produktionskosten verteuert. Welche Dimensionen künftige Umweltkatastrophen annehmen können, lässt sich heute bereits in Pakistan und bei weiteren Opfern diesen Jahres besichtigen.
Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihr Wochenende,
Ihre Daniela Knauer
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