Australien: Neue Regierungschefin sorgt für Frieden
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 2. Juli 2010, 17:00 Uhr
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was für eine heiße Woche liegt hinter uns. Nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Ausschläge der Märkte ließen uns Börsianer ordentlich ins Schwitzen kommen. Die hohe Volatilität ist nicht nur auf die Sorgen um die jüngsten Anleihenemissionen in Europa und den Ablauf des riesigen EZB-Tenders zurückzuführen. Mit diesem neuen Dreimonatsgeld half die EZB den Banken zum Ablauf der riesigen Zuteilung von 442 Mrd. EUR aus dem vergangenen Jahr.
Entgegen einiger Befürchtungen wurden nur 132 Mrd. EUR refinanziert. Das entkräftete die schlimmsten Befürchtungen einer neuen Refinanzierungskrise in Europa. Ergebnis war die jüngste Rallye des Euro, die langsam Potenzial für eine Bodenbildung und damit eine größere Erholung freisetzt.
Die Währungen zeigen die große Bedeutung der aktuellen Umschichtungen
Passend dazu zeigt der US-Dollar so langsam die Fertigstellung einer oberen Umkehr in Form einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Doch nicht nur gegenüber dem Euro zeigt der Dollar Schwäche, auch gegen andere Währungen wird er merklich verkauft. Verantwortlich dafür sind vor allem immer größere Sorgen um die US-Wirtschaft. Der Immobilienmarkt bricht erneut ein, nachdem die Subventionen ausgelaufen sind. Die Anträge auf Arbeitslosenhilfe steigen bereits wieder leicht an. Und die öffentlichen Kassen sind so leer wie in Europa, auch wenn hierzulande kaum jemand darüber spricht.
Bildet sich in den USA wirklich eine Umkehrformation?
Die Aktienmärkte zeigen die Sorgen der Börsianer. Bedrohliche obere Umkehrformationen beginnen sich vor allem in den USA abzuzeichnen. Zwar ist die kommende Woche traditionell relativ stark, doch Vorsicht ist das Gebot der Stunde. Andere Märkte wie China oder Teile Europsa befinden sich bereits in einem lupenreinen Abwärtstrend.
Australien hat eine neue Regierungschefin
In manchen Gegenden der Welt jedoch plagen andere Sorgen die Menschen. Australien wird seit Wochen von der Diskussion um eine neue Bergbausteuer in Atem gehalten. Vergangene Woche kostete diese ambitionierte Projekt sogar den amtierenden Regierungschef den Job. Nun ist eine Neue am Steuer: Julia Gillard, 48 Jahre jung, half beim Sturz ihres Vorgängers mit.
Zu groß war der Unmut der Bevölkerung gegen das sehr umstrittene Steuerprojekt geworden. Es drohte bei möglichen Neuwahlen die Mehrheit zu kosten. Denn es bestand die Gefahr, dass eine zu hohe Abgabe durch den Verlust vieler Arbeitskräfte mehr Kosten verursacht als Einnahmen gebracht hätte. Angesichts der Abhängigkeit der australischen Wirtschaft von der Minenbranche war dieses Risiko zu hoch.
Der Gesetzentwurf für die australische Supersteuer ist gekippt!
Jetzt ist Julia Gillard umgeschwenkt. Sie kippte den Gesetzentwurf einer Super-Steuer für die Bergbaubranche. Noch ist der Entwurf nicht verabschiedet, doch er findet schon heute breite Zustimmung. Ab Sommer 2012 sollen mit der neuen Steuer Kohlen- und Eisenerzminen belegt werden. Sie gehören zu den größten Umweltverschmutzern und verursachen hohe Kosten für die Infrastruktur. Nur noch 30% soll die neue Steuer für diese Unternehmen betragen. Und sie wird auch erst ab einer Rendite-Schwelle von 12% erhoben, statt wie im vorigen Entwurf bereits ab 5%. Zudem sollen sie nur Unternehmen bezahlen, die mehr als 50 Mio. Australdollar im Jahr verdienen.
Für die meisten Bergbauunternehmen ist daher diese hohe Steuer vom Tisch. Nur noch 320 statt bisher geschätzten 2.500 Firmen sollen nun davon betroffen sein. Natürlich werden auch die Einnahmen der Regierung damit geringer ausfallen. Doch vor allem, wenn sich tatsächlich die Wirtschaft in China stärker abschwächen sollte, wäre das Risiko von massiven Arbeitsplatz- und Investitionskürzungen durch die Unternehmen zu groß gewesen. Obwohl das Gesetz noch nicht verabschiedet ist, kehrte heute wieder leichter Optimismus an die australische Börse zurück. Angesichts der jüngsten Kursverluste der dortigen Unternehmen bietet sich Ihnen hier eine interessante Einstiegschance, wenn die restlichen Börsen nicht zu sehr querschießen.